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HSG Wesel: Gekommen, um zu bleiben

8. September 2014/in Presse

NRZ, 05.09.2014

Die letzten beiden Mannschaften des Jahres in Wesel hatten es sportlich nach ihren Triumphen nicht leicht. Sowohl der PSV Lackhausen in der Fußball-Oberliga als auch die HSG Wesel in der Handball-Verbandsliga wurden eine Etage höher gewogen und für zu leicht befunden. Nun ist die Handball-Spiel-Gemeinschaft zurück auf der Verbandsebene – diesmal unter dem Motto: „Gekommen, um zu bleiben.“

„Wir wissen um die Schwere der Aufgabe in dieser erwartungsgemäß sehr ausgeglichenen Liga. Ich sehe uns personell für unser Vorhaben aber gut aufgestellt“, sagt Sven Esser, Trainer des Landesliga-Meisters, zwölf Tage vor dem Start bei der Turnerschaft Lürrip (14. September, 12.15 Uhr). Nach dem Rückzug des Hülser SV treten in der Gruppe 1 der Verbandsliga nur noch 13 Mannschaften an, es wird also auch nur noch ein Absteiger gesucht. „Zwei Mannschaften sollte man aber mindestens hinter sich lassen. Man weiß nie, was von oben runter kommt und letztes Jahr gab es auch noch Relegationsspiele“, erinnert Esser.

Personell verlief die nun in die achte Woche gehende Vorbereitung der Hansestädter nicht so, wie man sich das gerade auf diesem Niveau wünschen würde. „Das war uns aber vorher klar. Einige Spieler sind studiums- oder beruflich bedingt derzeit stark eingespannt und haben weite Anfahrten“, so Esser. „Deshalb kommt uns die vierwöchige Pause nach nur drei Spielen auch gelegen. Da werden wir dann regelmäßig mehr Leute beim Training haben und weiter an den Abstimmungen arbeiten können.“

Neu im HSG-Dress ist Pascal Prchala (HSV Dümpten). „Er hat in den Testspielen schon gezeigt, was für eine Verstärkung er für uns sein kann. Einen Spieler mit so einer enormen Sprungkraft und Wurfgewalt auf Halblinks hatten wir auch noch nicht“, sagt Esser über den Mann, von dem sich die Rot-Weißen mehr „einfache“ Tore erhoffen.


Rühl mit Rückenbeschwerden
Diese verhindern soll auf der anderen Seite Oliver Rühl. Den Rückkehrer vom Dünnwalder TV plagen allerdings immer wieder Rückenbeschwerden. „Zuletzt ging es und wir hoffen, dass wir das schnell wieder in den Griff bekommen“, so der HSG-Trainer, der mit Rühl und Michael Nölscher nun einen sehr erfahrenen Innenblock hätte. „Und da wären ja auch noch Jonas Gorris oder Fyn Walla, der uns bald regelmäßiger zur Verfügung stehen wird. Die Körperlichkeit ist in der Verbandsliga noch einen ganzen Ticken wichtiger als in der Landesliga und da haben wir im Vergleich zu der Mannschaft von vor zwei Jahren doch dazu gewonnen.“

Eine gute Vorbereitung attestiert der Trainer den HSG-Youngstern Marco Erdmann und Matthias Kalus. Durch das modifizierte, weil von einigen Vereinen exzessiv „missbrauchte“ U 21-Spielrecht können die beiden aber nicht mehr nach Belieben zwischen erster und zweiter Mannschaft hin und her wechseln. Zudem beginnt Matthias Kalus demnächst ein Studium in Aachen. „Für uns, die wir nicht mal eben ganze Mannschaften nach unten schicken, ist diese Änderung sehr schade. Ich bin mir aber sicher, dass wir die Beiden brauchen werden. Ansonsten hätten wir sie nicht mit in den Kader genommen“, versichert Sven Esser.

Auf der Torwartposition gibt es mit Phillip Busjan und Richard Kalus keine Veränderungen. „Durch die Erfahrung vom Phillip und das regelmäßige Training und den Konkurrenzkampf mit zwei Torhütern hat auch der Richard noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht. Beide können Spiele fast alleine entscheiden“, so Esser, der weder für ganz unten noch ganz oben klare Anwärter auf die Tabellenenden sieht. „Ich denke mal, dass für Geistenbeck als Mitaufsteiger wie für uns nur der Klassenerhalt zählt. Bei Dülken, die ja vor einem Jahr vor der Saison aus der Oberliga zurückgezogen hatten und jetzt erst wieder mit ihrer ersten Mannschaft in den Spielbetrieb einsteigen, weiß man nicht so genau, was einen erwartet.“

Als Oberliga-Kandidaten sieht der HSG-Trainer „die üblichen Verdächtigen wie Homberg, Oppum oder Kaldenkirchen. Lank dürfte als Oberliga-Absteiger oben mitspielen und die Mülheimer, gegen die wir ja schon in der Vorbereitung einen Vorgeschmack bekommen haben, was uns erwartet, haben eine überragende Rückrunde gespielt und sicherlich Ambitionen.“

Richtungsweisender Auftakt
Esser erinnert jedoch auch daran, dass für den direkten Klassenerhalt (Auftaktgegner TS Lürrip) in der vergangenen Spielzeit in dieser Gruppe 20 Zähler notwendig waren und der Meister TV Lobberich nur deren Elf mehr auf dem Konto hatte. „Damals hat auch der Letzte den Ersten geschlagen. Umso so wichtiger ist für uns, dass wir aus den ersten drei richtungsweisenden Partien etwas mitnehmen.“ Denn schließlich ist die HSG Wesel diesmal in die Verbandsliga gekommen, um zu bleiben.

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