Presse, RP 31.05.2021

Hand­ball: Der 31-Jäh­ri­ge kehrt vom MTV Rhein­wacht Dins­la­ken zur HSG We­sel zu­rück. Er er­klärt den Grund.

WE­SEL | Ein neu­er Le­bens­ab­schnitt be­ginnt – ein we­nig im sport­li­chen, aber vor al­len Din­gen im pri­va­ten Be­reich. Da­bei wir­ken sich die pri­va­ten Ver­än­de­run­gen bei Fa­bi­an Gor­ris auch auf den Sport aus. Der 31-Jäh­ri­ge, der zur neu­en Sai­son vom Hand­ball-Re­gio­nal­li­gis­ten MTV Rhein­wacht Dins­la­ken zum Ver­bands­li­gis­ten HSG We­sel wech­selt, ist vor we­ni­gen Wo­chen Va­ter ge­wor­den. Sei­ne Freun­din Sa­rah hat Töch­ter­chen Frie­da zur Welt ge­bracht. Im In­ter­view spricht der Leh­rer für Deutsch und Sport am Kon­rad-Du­den-Gym­na­si­um über sei­ne Plä­ne und Zie­le bei der HSG We­sel.

Vor knapp zwei Jah­ren ha­ben Sie mit dem MTV Dins­la­ken an der Tü­re zur Drit­ten Li­ga an­ge­klopft. Da­nach folg­ten we­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie zwei Re­gio­nal­li­ga-Spiel­zei­ten oh­ne Wer­tung. War­um jetzt der Wech­sel, schlie­ß­lich be­steht doch die Hoff­nung auf ei­ne nor­ma­le Spiel­zeit?

FA­BI­AN GOR­RIS | Ich ha­be mir vor­ge­nom­men, stär­ker für die Fa­mi­lie da zu sein. Schon in der ver­gan­ge­nen Sai­son woll­te ich kür­zer­tre­ten, hat­te mich auch we­gen der Schwan­ger­schaft mei­ner Freun­din mit Heinz Bu­te­weg (Hand­ball-Ab­tei­lungs­lei­ter beim MTV, Anm. d. Red.) auf zwei statt vier Trai­nings­ein­hei­ten ge­ei­nigt. Vier­mal Trai­ning pro Wo­che und da­mit auch der Leis­tungs­hand­ball, das war mir ein­fach zu viel Auf­wand. Aber nur die Hälf­te des Trai­nings, dies funk­tio­niert ein­fach nicht. Man merkt das so­fort.

Als Sie nach der Sai­son 2017/18 von der HSG We­sel zum Re­gio­nal­li­ga-Auf­stei­ger MTV Rhein­waht Dins­la­ken ge­gan­gen sind, woll­ten Sie sich noch ein­mal ei­ne Spiel­klas­se hö­her be­wei­sen. War das aus heu­ti­ger Sicht der rich­ti­ge Schritt?

GOR­RIS | Auf je­den Fall, es war de­fi­ni­tiv ge­nau die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Dass es so er­folg­reich wer­den wür­de, hät­te ich mir nicht träu­men las­sen. Wir sind ja als Re­gio­nal­li­ga-Auf­stei­ger in die Spiel­zeit ge­star­tet, woll­ten gar nicht noch mal auf­stei­gen. Und dann hät­te es doch fast ge­klappt. Das war in der Sai­son 2018/19 wie im Rausch. Al­ler­dings stand Hand­ball in den Jah­ren schon ex­trem im Fo­kus und war sehr auf­wen­dig.

Die HSG We­sel war zu dem Zeit­punkt aus der Ober­li­ga in die Ver­bands­li­ga ab­ge­stie­gen und be­saß dort eben­falls Pro­ble­me. Ha­ben Sie das mit­be­kom­men?

GOR­RIS | Ich ha­be im­mer in We­sel ge­lebt, bis auf mein Stu­di­um in Müns­ter. Da­durch ha­be ich na­tür­lich auch in mei­ner MTV-Zeit die HSG We­sel ein biss­chen ver­folgt und schon mit­ge­lit­ten.

Und jetzt durch Co­ro­na gibt es ei­nen Ab­schied ganz im Stil­len vom MTV Rhein­wacht Dins­la­ken?

GOR­RIS | Wir pla­nen da schon noch et­was, wenn es hof­fent­lich bald wie­der mög­lich ist: ein Ab­schieds­gril­len mit ein biss­chen Fuß­ball.

In der Spiel­zeit 2021/22 er­le­ben Sie die Ge­schi­cke der HSG We­sel wie­der haut­nah mit. Wie kam es zur Rück­kehr?

GOR­RIS | Ich bin mit Fyn Wal­la be­freun­det, wir ste­hen al­so im en­gen Kon­takt. Wir ha­ben dann mehr oder we­ni­ger ge­mein­sam be­schlos­sen, dass er wie­der an­greift und ich zur HSG We­sel zu­rück­keh­re.

Für Sie ist das aber doch eher ein Rück­schritt?

GOR­RIS | Wenn man mal ganz ehr­lich ist, sind es zwei Schrit­te zu­rück. Die HSG We­sel ist ein biss­chen wie Kar­rie­re aus­klin­gen las­sen, das ist schon so. Aber das hei­ßt ja nicht, dass man nicht trotz­dem Am­bi­tio­nen hat.

Und wie se­hen die­se Am­bi­tio­nen aus?

GOR­RIS | Ich fin­de, dass man vor der Sai­son grund­sätz­lich den Ball flach hal­ten soll­te. Denn kei­ner weiß, wie die Leu­te aus der Co­ro­na-Pau­se zu­rück­kom­men wer­den. Ein­fach mal gu­cken, was mög­lich ist. Auf je­den Fall freue ich mich sehr auf die Jungs und dar­auf, wie­der Hand­ball zu spie­len. Ich den­ke, dass die HSG We­sel schon ei­ne gu­te Trup­pe zu­sam­men hat. Und für mei­ne Hei­mat­stadt zu spie­len, ist et­was ganz Be­son­de­res.

Wie hat sich denn die Zwangs­pau­se durch das Co­ro­na­vi­rus bei Ih­nen aus­ge­wirkt?

GOR­RIS | Ich ha­be mich mit Lau­fen und ein we­nig Kraft­trai­ning fit ge­hal­ten. So lang­sam ver­mis­se ich aber das hand­ball­spe­zi­fi­sche Trai­ning. Im­mer wenn ich Hand­ball im Fern­se­hen se­he, dann juckt es in den Fin­gern.

Was er­war­ten Sie denn über­haupt von der kom­men­den Sai­son, auch in Be­zug auf das Co­ro­na­vi­rus?

GOR­RIS | Ich rech­ne da­mit, dass im Sep­tem­ber mit der Spiel­zeit be­gon­nen wer­den kann und dass es ei­ne ei­ni­ger­ma­ßen nor­ma­le Spiel­zeit wird. Al­ler­dings wer nicht ge­impft ist, der soll­te auch nicht un­be­dingt Kon­takt­sport be­trei­ben.

Als Leh­rer ha­ben Sie die Fol­gen der Co­ro­na­vi­rus-Pan­de­mie auf Schü­ler haut­nah mit­be­kom­men.

GOR­RIS | Durch den Di­stanz­un­ter­richt geht in Sa­chen Bil­dungs­an­spruch un­heim­lich viel ver­lo­ren. Der Sport­un­ter­richt an sich hat nicht statt­ge­fun­den. Da hat­ten wir die glei­che App, die wir auch für das Home­trai­ning beim MTV be­nutzt ha­ben. Ei­ne Be­no­tung ist da aber na­tür­lich kaum mög­lich. Als Leh­rer ha­be ich die Si­tua­ti­on als nicht so stres­sig emp­fun­den, aber für die Schü­ler war es schon sehr pro­ble­ma­tisch.

Und wie sieht es beim Sport-Leis­tungs­kurs aus?

GOR­RIS | Das ist ein gro­ßes Pro­blem, da die Pra­xis prak­tisch auf der Stre­cke bleibt. Durch den Wech­sel­un­ter­richt, al­so die Ta­ge in der Schu­le, und die Klau­su­ren kön­nen dann aber doch No­ten er­stellt wer­den.

Ralf Poll­mann führ­te das
Ge­spräch

Presse, Rheinische Post 12.05.2021

Am 1. April 2001 schlos­sen sich der WTV und der WSV zur Hand­ball-Spiel­ge­mein­schaft zu­sam­men. Die Män­ner spiel­ten zwi­schen­zeit­lich so­gar in der Ober­li­ga, ein Frau­en­team exis­tiert der­zeit nicht. Elf Ju­gend-Mann­schaf­ten gibt es mo­men­tan.VON CHRIS­TOPH EN­DERS

WE­SEL | Die HSG We­sel ist im Hand­ball weit über die Stadt­gren­zen hin­aus be­kannt. Am Nie­der­rhein hat sich der Klub längst ei­nen Na­men ge­macht. Ver­ges­sen wird da­bei manch­mal, dass es die Hand­ball-Spiel­ge­mein­schaft noch gar nicht so lan­ge gibt. Das 20-jäh­ri­ge Be­stehen fei­er­te der Ver­ein vor rund ei­nem Mo­nat am 1. April.

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Presse, NRZ 19.01.2020

Nach Christoph Enders muss Handball-Regionalligist MTV auch den Regisseur ersetzen. Mit einem Spieler plant Dinslaken zudem nicht mehr.

Nach Christoph Enders, den es zum Ligakonkurrenten OSC Rheinhausen zieht, wird auch Fabian Gorris den Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken wieder verlassen. Der Rückraumspieler kehrt zurück zu seinem Heimatverein HSG Wesel, von dem er 2018 in die Douvermannhalle gewechselt war. Gleich in seinem ersten Jahr in der vierten Liga hatte Gorris als torgefährlicher Regisseur großen Anteil am Dinslakener Titelgewinn, doch dann warf ihn eine langwierige Fußverletzung immer wieder aus der Bahn, die höhere Belastung forderte ihren Tribut. Der Schritt zurück in die Verbandsliga erfolgt damit auch aus gesundheitlichen Gründen.

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Presse, NRZ 13.01.2020

Die große Vorfreude auf die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten hat sich beim Trainer der HSG Wesel aber noch nicht eingestellt.

Wegen der Corona-Pandemie am besten komplett absagen? Mit oder ohne Publikum in den Hallen? Dazu frühzeitige Absagen von deutschen Nationalspielern und am Ende noch das corona-bedingte Aus für zwei ganze Nationalteams, die USA und Tschechien. Die heute beginnende Handball-Weltmeisterschaft der Männer in Ägypten hat schon in den letzten Wochen für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Getrübt ist die Freude auf das Turnier auch bei Jan Mittelsdorf, dem Trainer des Verbandsligisten HSG Wesel.

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Presse, RP 11.12.2020

Niederrhein Der Handball-Verband Niederrhein stellt zwei Varianten für die Fortführung der Saison vor. Aber einen Trainingsstart in einem Monat kann sich kein Coach vorstellen. Das zweite Szenario geht von ersten Einheiten im Februar aus.

Der Handballverband Niederrhein (HVN) plant den Neustart nach dem Corona-Lockdown. Soweit es möglich ist. Zwei Varianten haben sich herauskristallisiert – beide beruhen auf der Hoffnung, dass noch im Laufe des Winters wieder trainiert und gespielt werden kann. „Die Spiele, die bisher ausgetragen wurden, werden gewertet, die Partien, die während des Lockdowns stattgefunden hätten, fallen aus und nur die Spiele, die vor dem 11. Oktober nicht gespielt werden konnten, werden nachgeholt. Dann soll es mit dem normalen Spielplan weitergehen“, sagt HVN-Präsident Ernst Wittgens. Diese Regelungen würden zunächst nur für die Senioren gelten.

Und dafür gibt es zwei konkrete Modelle, bei denen am Ende jeweils mindestens 50 Prozent der Partien gespielt sein müssen, damit die Saison gewertet werden kann. Variante eins sieht vor, dass es Anfang Februar wieder los geht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Vereine ab dem 11. Januar wieder trainieren dürfen. Darauf haben sich Präsidium und Technische Kommission des HVN in einer Videokonferenz geeinigt. Sollte das Training zu diesem Zeitpunkt möglich sein, würde die Saison mit den für den 6./7. Februar 2021 angesetzten Spielen fortgesetzt werden.

Diese Gegner warten im Fall von Szenario zwei

Verbandsliga Bei der Variante zwei, die eine Fortsetzung der Spielzeit am Wochenende 13./14. März 2021 vorsieht, würden die Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel mit einem Heimspiel gegen den TV Aldekerk II wieder in die Saison einsteigen. Für die meisten Verbandsliga-Konkurrenten stünden noch sieben Partien an, die HSG müsste sogar noch neun Spiele absolvieren – denn die Begegnungen in Lank und in eigener Halle gegen Kaldenkirchen müssten noch nachgeholt werden.

Bezirksliga In der Bezirksliga hätte der aktuelle Tabellenführer SV Schermbeck direkt das Spitzenspiel gegen die Zweitvertretung des TV Kapellen vor der Brust, während BW Dingden zum Moerser SC reisen müsste. Für die Dingdener Bezirksliga-Damen ginge es derweil zum Nachbarschaftsduell beim TV Voerde, der SV Schermbeck hätte MTV Rheinwacht Dinslaken II zu Gast in eigener Halle. Voraussetzung für dieses Szenarios ist allerdings, dass spätestens ab dem 15. Februar 2021 wieder ein umfangreicher und gesicherter Trainingsbetrieb möglich ist.

In Gruppen mit 14 Mannschaften sollen somit 17 Spieltage, in Staffeln mit 16 Teams 19 Spieltage stattfinden. Über den Auf-und Abstieg will der Verband dann mittels der Quotientenregelung entscheiden

Variante zwei soll dagegen in Kraft treten, wenn ein regulärer Trainingsbetrieb erst ab dem 15. Februar wieder möglich ist. Dann soll der Spielbetrieb am Wochenende 13./14. März wieder starten. Die Saison würde quasi an dem Punkt fortgesetzt, an dem sie im Oktober unterbrochen wurde. Nur, dass der Rückrundenspielplan greift. Jedes Team hätte am Ende der Saison einmal gegen jeden Kontrahenten gespielt. Anhand dieser Abschlusstabelle würden die Auf- und Absteiger ermittelt.

„Es würden einfach die Spiele in der Mitte wegfallen. Wir wollen an unserem Spielplan festhalten, damit Hallenzeiten nicht neu beantragt werden müssen“, sagt Wittgens. Dass bei Variante eins manche Teams gegen einige Mannschaften dann zwei Spiele bestritten hätten, und somit eine Ungleichheit der Gegnerstärke vorliegen könnte, „ist das Risiko, das wir in Kauf nehmen“, so Wittgens.

Überhaupt sei Variante eins die optimistisch geplante Lösung, die zweite Möglichkeit die realistischere. „Wir müssen die Entwicklung abwarten, wollen den Vereinen aber eine Möglichkeit schaffen, sobald es geht, wieder in den Spielbetrieb einzusteigen“, betont der Verbandspräsident. Damit, was passiert, falls auch Mitte Februar noch nicht ins Training eingestiegen werden kann, werde man sich beim HVN dann zu gegebener Zeit befassen. Eine vollständige Annullierung der Saison ist nicht ausgeschlossen. „Bisher sieht der Spielplan vor, dass die Saison im Mai endet. Wir werden alles dafür tun, dass die Saison gewertet werden kann. Sonst wird es kompliziert.“

Jan Mittelsdorf hat sich die auf der Homepage des HVN veröffentlichten Szenarien angesehen. „Ich habe eigentlich die Variante drei vermisst“, sagt der Trainer des Verbandsligisten HSG Wesel. Die müsste nach Meinung des 41-Jährigen so aussehen, dass der Verband eine Trainingsaufnahme bis zum 15. Februar als unrealistisch ansieht. „Dann kann es nur zu einem Abbruch der Saison ohne Wertung kommen“, so der Coach. Als „vollkommen utopisch“ bezeichnet Mittelsdorf die Annahme, mit den Übungseinheiten bereits am 11. Januar wieder beginnen zu können. Den Februar hält er da schon für etwas realistischer. Allerdings sieht er auch da etliche Probleme auf die Teams zukommen. „Ich wage zu bezweifeln, dass dann wirklich alle zum Training und zu den Spielen kommen“, sagt Mittelsdorf. Und dafür bringt er auch Verständnis auf: Denn wer in einem sensiblen Bereich arbeitet oder Menschen aus einer Risikogruppe im Umfeld hat, der wird sich kaum für den Sport einem Infektionsrisiko aussetzen.

Auf jeden Fall sollte der HVN „sensibel mit dem Thema umgehen und in keinster Weise den Spielbetrieb auf Biegen und Brechen wieder aufnehmen“. Letztlich sei es das Wichtigste, dass „wir alle mit einem blauen Auge davonkommen“. Dass die Verantwortlichen im Verband es nicht jedem recht machen können, ist Mittelsdorf auch klar.

Für den Geschäftsführer der HSG Wesel gehen beide Varianten an der aktuellen Entwicklung vorbei. „Bei den Infektionszahlen laufen wir doch gerade entgegengesetzt zu irgendwelchen Lockerungen. Aktuell halte ich deshalb einen Abbruch für sehr realistisch“, meint Michael Hillig. Und dann sollte die Spielzeit annulliert und im September 2021 wieder neu begonnen werden. „Schließlich kann man ja nicht werten, wenn Teams teilweise bisher erst vier Spiele absolviert haben.“ Genau auf diese Zahl kommt übrigens die HSG Wesel.

Einer Fortsetzung der Spielzeit steht auch Lars Cox sehr kritisch entgegen. „Ich würde mich freuen, glaube aber nicht, dass die Saison wie auch immer fortgeführt werden kann“, sagt der Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters SV Schermbeck. Dass er seine Schützlinge im Januar wiedersieht, ist für den Coach unvorstellbar.

„Die sollen die Saison einfach abbrechen“, sagt Tobias Weidemann in aller Deutlichkeit. Der Trainer der Bezirksliga-Frauen von BW Dingden nennt die Variante eins „utopisch. Die realistische Abbruch-Variante, die wollen sie wohl nicht wahr haben.“ Andreas Maile sagt derweil: „Wir wollen spielen. Wie genau die Modalitäten sind, ist für mich zweitrangig“, so der Coach der Bezirksliga-Handballerinnen des SV Schermbeck. Allerdings hält auch er eine Wiederaufnahme des Trainings schon im Januar für unrealistisch.

NRZ

Presse, NRZ 25.11.2020

Ibou Cissé zählte bei der HSG Wesel viele Jahre zu den auffälligsten Spielern. Verhinderte eine Klassenfahrt seine große Handball-Karriere?

Blickt man auf die sportliche Laufbahn von Ibou Cissé zurück, hat man das Gefühl, es gibt nichts, was der Mann nicht kann. Jahrelang zählte er bei den Handballern der HSG Wesel zu den absoluten Leistungsträgern, spielte 2006/07 ein Jahr für die Sportfreunde Hamborn 07 und kehrte schließlich zu seinem Heimatverein zurück. Auch im Football und Basketball zeigte Cissé sein Talent und kann dort ebenfalls auf überregionale Erfolge zurückblicken.

Heute hat Cissé, der seine Brötchen als Notfallsanitäter und Hauptbrandmeister bei der Feuerwehr in Dinslaken verdient, aber immer noch viel Kontakt nach Wesel. Neben seinen Eltern wohnen auch noch viele Freunde und Bekannte dort. Er selber aber nicht. Samt Frau, Kindern und Hund wohnt er mittlerweile in Moers und hilft bei den kleinsten Handballern der HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen im Trainingsbetrieb aus.

Michael Hillig: „Der hatte wirklich alles“

Gedanken zurück an Cissés aktive Zeit sorgen auch bei ehemaligen Weggefährten für ein Funkeln in den Augen. Michael Hillig, damals Cissés Mitspieler und späterer Co-Trainer, ist heute Geschäftsführer bei der HSG und erinnert sich noch sehr gut an Ibou: „Er war ein genialer Handballer. Ich lobe ungern Leute über den Klee, aber der hatte wirklich alles. Sprungkraft, Schnelligkeit und einen guten Wurf.“

Begeistert berichtet Hillig über den ehemaligen Rückraumspieler, der vorrangig im linken Rückraum spielte. Eine bestimmte Spielszene hat Hillig noch bis heute genau vor Augen: „Im Spiel gegen Friedrichsfeld hat er im Sprung eine 360-Grad-Drehung gemacht und dem Torhüter den Ball noch frech über den Kopf gelegt. Das war Ibou.“WEITERE THEMEN

An die glorreichen Zeiten erinnert sich auch Cissé gerne zurück. Handball alleine hat ihm aber meist nicht gereicht. Der mittlerweile 41-Jährige war und ist Athlet durch und durch. Ein Allrounder, der mit seinen körperlichen Voraussetzungen in vielen Sportarten erfolgreich sein kann. So spielte er neben dem Handball auch noch Basketball. Kurzzeitig beim Weseler TV, die meiste Zeit über aber Streetball. Ein Trendsport, der besonders in den 90er Jahren einen großen Boom in Europa erlebte.

Die „Was wäre wenn“-Frage

Akrobatik, Schnelligkeit, technisch saubere Bewegungen und unvorhersehbare Tricks. So oder so ähnlich lässt sich Streetball beschreiben. Weniger taktisch, dafür umso spektakulärer als das normale Spiel. Zudem wird Streetball meist mit nur drei Spielern gespielt.

Cissé war im Streetball durchaus erfolgreich. In seinem Haus hat er bis heute einige der Medaillen von verschiedensten Turnieren gesammelt. Besonders ist ihm der zweite Platz bei der Adidas Streetball Challenge rund um die Dortmunder Westfalenhallen in Erinnerung geblieben. „Wir hießen“, erinnert sich Cissé, „Who ´s Next und unsere Gegner waren die Bad Boys im Finale. Die Atmosphäre war schon einmalig bei dem Event.“

Aber auch im American Football versuchte er sich erfolgreich. In der Niederrheinliga ging Cissé als Wide Receiver für die Niederrhein Grizzlies an den Start. Damals war der Klub noch in Rheurdt zuhause, mittlerweile haben die Grizzlies in Neukirchen-Vluyn ihre neue Heimat gefunden.

Aber was war eigentlich der Reiz, so viele verschiedene Sportarten auszuüben? „Es waren die unterschiedlichen Komponenten. Handball war mir aufgrund der guten Gemeinschaft, dem strukturierten Verein am liebsten. Es vereinte zudem auch Sachen wie Ästhetik und Athletik. Ästhetisch war auch Streetball, das hat immer Spaß gemacht. Und beim Football war es die reine Power. Als ich bei den ersten Tackles gemerkt habe, dass man durch die Schutzkleidung eigentlich nichts spürt, konnte es dann richtig losgehen“, erinnert sich Cissé mit viel Freude an vergangene Tage.

Klassenfahrt statt Auswahlturnier

Im Handball galt er Jahrelang als großes Talent. Nach der Kreisauswahl kam die Niederrheinauswahl und später hatte er sogar die Chance zu einem Turnier mit der Westdeutschen Auswahl zu fahren. Cissé entschied sich, damals völlig selbstverständlich, für die Klassenfahrt mit der Schule und den Freunden. Heute würde er da wahrscheinlich anders entscheiden: „Ich habe mir mittlerweile schon die Frage gestellt, was wäre wenn? Wer weiß, wo es hingeführt hätte.“

Im späteren Verlauf bei der HSG Wesel musste er seine Schuhe nach einer Verletzung dann gezwungenermaßen an den Nagel hängen. „Ich habe immer gesagt“, so Cissé, „wenn ich operiert werden muss, dann höre ich auf und so kam es dann.“ Nachdem der Feuerwehrmann eine Arthroskopie im Knie über sich ergehen lassen musste beendete er 2010 seine Laufbahn als Handballer.

Heute ist er immer noch sportlich aktiv. Läufe über zehn bis 15 Kilometer oder verschiedene Übungen aus dem CrossFit gehören zu seinem Alltag. Auch aus beruflichem Interesse hält Cissé sich fit. Und wer weiß, vielleicht muss er bald schon Platz in seiner Vitrine machen, wenn die ersten Trophäen vom Nachwuchs kommen.

Presse, NRZ 18.11.2020

Jan Mittelsdorf, Trainer des Handball-Verbandsligisten HSG Wesel, äußert sich im Interview zur prekären Lage, Corona und Nackenschlag im Sommer.

Der letzte Auftritt der HSG Wesel liegt mittlerweile mehr als fünf Wochen zurück. Damals leistete sich der Handball-Verbandsligist eine deftige 24:33-Heimklatsche gegen den Tabellenletzten SV Neukirchen. Es schlossen sich die Herbstpause, die vom Handballverband Niederrhein (HVN) angeordnete Auszeit für weite Teilen des Novembers, der Teillockdown und die Entscheidung des HVN, auch im Dezember zu pausieren, an. Über den bisherigen Saisonverlauf, die Erwartungen für die restliche Spielzeit und Nackenschläge im Sommer sprach die NRZ mit Jan Mittelsdorf, Trainer des Tabellendrittletzten.

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Presse, NRZ 11.11.2020

Der Handball-Verband Niederrhein hat mit den Mittelrhein-Kollegen beschlossen, jeglichen Spielbetrieb bis zum 6. Januar 2021 auszusetzen.

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Presse, NRZ 21.09.2020

20 Minuten hielten die Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel die Partie beim TV Kapellen absolut offen, dann zog der Favorit davon.

Ohne Chancen waren die Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel im Gastspiel am Sonntag beim TV Kapellen. Das Team von Trainer Jan Mittelsdorf unterlag dem Favoriten erwartungsgemäß mit 23:33 (10:15) und fällt damit in der Tabelle auf den zehnten Rang zurück.

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Presse, NRZ 14.09.2020

Es ist kein Traumstart für die HSG Wesel geworden. Der Handball-Verbandsligist agierte zu fehlerhaft und zog in Rhede mit 29:35 den Kürzeren.

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