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Quelle, NRZ, 13.02.2014

Wesel. Wenn am Sonntag die HSG Wesel (24:6 Punkte) als Tabellenführer der Handball-Landesliga um 17 Uhr den ersten Verfolger TSV Bocholt (23:7) in der Halle Nord empfängt, dann sind alle anderen Partien des 16. Spieltages in dieser Gruppe 3 bereits beendet – und für die Hansestädter erstmals der Platz an der Sonne in Gefahr. „Es ist eine ungewöhnliche Konstellation und wir freuen uns sehr auf dieses Spiel“, sagt HSG-Trainer Sven Esser. „Die Halle wird wohl richtig voll werden.“

So weit, so gut. Doch die Vorzeichen vor diesem Gipfeltreffen sollten dem einst so souveränen Primus eher Sorgen bereiten. Lief im alten Jahr mit zehn deutlichen Siegen in zehn Spielen noch alles rund, so verlor die HSG nach der Winterpause drei ihrer fünf Auftritte, zwei davon äußerst deutlich. Die beiden Siege gegen Abstiegskandidaten waren Pflichterfolge.

„Ich habe immer gesagt, dass es 2013 für uns fast schon zu gut lief“, so Esser. „Wir hatten viele neue Spieler zu integrieren, wurden dabei mannschaftstaktisch aber fast gar nicht gefordert. Wir haben da viel über die individuelle Klasse gelöst“, so der Trainer. „Wie gut eine Mannschaft eingespielt ist, sieht man erst in Stresssituationen. Nun haben wir gegen Bottrop dazu noch die Erfahrung gemacht, dass wir auch recht ordentlich spielen und trotzdem verlieren können. Wir sind noch nicht so weit, wie einige vielleicht geglaubt haben.“

Auf der anderen Seite stellt Esser klar: „Das alles entschuldigt nicht die wehrlose Viertelstunde vor der Pause in Rheinhausen, so dürfen wir uns nicht präsentieren. Gerade in der Abwehr müssen wir wieder mehr machen“, so der Coach. „Ich bin aber guter Dinge, dass das am Sonntag auch der Fall sein wird.“

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Weihnachtspause war Gift
„Sobald dir einer in die Suppe gespuckt hat, haben die anderen natürlich auch weniger Respekt vor dir“, erläutert HSG-Geschäftsführer Michael Hillig. „Die Weihnachtspause hat uns nicht gut getan und diese zwei Wochen Pause werden wir sicherlich überdenken. Wir müssen jetzt gerade in der Abwehr wieder mehr tun, aber das war auch Thema der Einheiten.“ Die Vereinbarung der Zusammenarbeit zwischen Sven Esser und der HSG Wesel gilt bekanntlich klassenunabhängig auch für die nächste Saison.

Zur Ausgangslage gegen die Bocholter, die der Spitzenreiter am dritten Spieltag mit 36:29 in deren Halle bezwang, meint Sven Esser: „Die werden mit dem Schwung durch den deutlichen Sieg im Verfolgerduell gegen Issum nach Wesel kommen und einige Leute mit mitbringen. Für Bocholt ist es eine riesen Chance hier. Allerdings sind sie damit auch unter Druck und wir nicht mehr der haushohe Favorit. Das tut uns vielleicht auch mal wieder ganz gut“, so der Weseler Coach. „Einige unserer Spieler kennen die Situation aus dem alles entscheidenden letzten Saisonspiel damals beim Aufstieg in die Verbandsliga gegen Oberhausen. An diesem Sonntag wird sich nicht der Aufstieg entscheiden, aber ein Zeichen gesetzt.“

Zum Gegner erklärt der Weseler Trainer: „Sie spielen eine gute 6:0-Deckung und haben einen phänomenalen Torwart. Wenn wir so spielen wie gegen Rheinhausen, werden wir mit Sicherheit gegen so eine Mannschaft nicht gewinnen. Aber wir werden anders spielen.“

Personell haben die Rot-Weißen alle Mann an Bord. Lediglich bei Stephan Haase ist noch unklar, ob er nach seiner Verletzungspause nicht erst wieder Spielpraxis in der Reserve sammeln wird.

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