HSG Wesel verliert das Finale um den Kreispokal deutlich

RP Online
RP, 18.5.2015
Handball-Verbandsligist erreicht durch das 39:28 gegen Gastgeber SV Friedrichsfeld das Endspiel beim Final-Four-Turnier. Dort ist das Team beim 22:29 gegen Oberligist TV Jahn Hiesfeld aber chancenlos. Von Andreas Nohlen
Die Überraschung blieb aus, die Vorzeichen dafür waren allerdings auch nicht gerade günstig. Mit 22:29 (11:15) verlor Handball-Verbandsligist HSG Wesel gestern das Finale des Kreispokals gegen den Oberligisten TV Jahn Hiesfeld. Den Einzug in das letzte Spiel dieses als Final-Four ausgetragenen Turnieres in der Halle des Gymnasiums Voerde Nord hatten sich die Weseler zuvor durch einen 39:28 (12:15)-Erfolg im Halbfinale gegen die gastgebende SV Friedrichsfeld gesichert.

„Wir kamen heute für einen Sieg gegen Hiesfeld zu keinem Zeitpunkt infrage. Wir hatten durch die vielen Ausfälle schnell nur noch einen Auswechselspieler. Das ist natürlich zu wenig. So war die Luft aus diesem Spiel schnell raus“, sagte HSG-Trainer Sven Esser. Die beiden Keeper Philip Busjan und Richard Kalus verhinderten mit jeweils zwei parierten Siebenmetern eine noch deutlichere Niederlage.

Ohne den verhinderten Fynn Walla, den verletzten Oliver Rühl, den erkrankten Michael Nölscher sowie den pausierenden Christopher Timmermann, der am Samstag seinen Polterabend unter anderem mit seinen Mitspielern gefeiert hatte, saßen im Finale schon nur noch zwei Auswechselspieler auf der HSG-Bank. Als sich dann auch noch Haupttorschütze Fabian Gorris das Knie verdrehte, war es nur noch einer.

„Wir hoffen sehr, dass es bei Fabian nichts Schlimmeres ist. Das Knie ist immerhin nicht dick geworden“, sagte Sven Esser, der in Bezug auf Fabian Gorris aber auch gute Neuigkeiten zu berichten hatte. „Er hat uns für die nächste Saison noch einmal fest zugesagt.“ Gorris war zuletzt kräftig vom künftigen Liga-Konkurrenten MTV Rheinwacht Dinslaken umworben worden.

Dass es die HSG Wesel überhaupt ins Endspiel um den Kreispokal geschafft hatte, war einer deutlichen Leistungssteigerung in der Partie gegen die SV Friedrichsfeld zu verdanken. Nach einem 12:15-Rückstand gewann der Favorit gegen den Bezirksligisten Durchgang zwei mit 27:13. „Wir haben in der ersten Halbzeit richtig schlecht gespielt, die Dinge angesprochen und die Abwehr komplett umgestellt“, sagte Sven Esser, der den Weselern eine offensive 5-1-Deckung mit Youngster Matthias Kalus als vorgezogenem Akteur verordnete. Zudem drückte die HSG ab da richtig aufs Tempo. Dieses konnte der Bezirksligist aus Friedrichsfeld dann irgendwann nicht mehr mitgehen.

Zum erstmals als Final-Four-Turnier ausgetragenen Pokal-Finale mit Frauen und Herren an einem Wochenende in einer Halle meinte Sven Esser: „Die Grundidee finde ich gut und ausbaufähig. Sie hätte allerdings mehr Zuschauer verdient gehabt. Friedrichsfeld hat sich als Gastgeber sehr viel Mühe gegeben und drumherum einiges organisiert. Aber die wichtigen Fußball-Spiele an diesem Wochenende im Fernsehen dürften auch einige Leute ferngehalten haben“, sagte der Weseler Trainer.

HSG Wesel: Busjan, R. Kalus – Heffels (4), J. Gorris (2), Fehlemann (2), Prchala (7), Reinartz (2), M. Kalus, F. Gorris, Weber (5).