Rheydter SV Handball – HSG 24:27 (14:14)

Durch den Rückzug des TV Jahn Hiesfeld aus dem Oberliga-Spielbetrieb war die HSG als zweitplatzierter des Kreispokals in den HVN-Pokal gerutscht und darf nun auf zwei Pokal-Hochzeiten tanzen. So stand zwei Wochen vor Beginn der Verbandsliga-Saison die lange Reise zum Bezirksligisten aus Mönchengladbach auf dem Programm. Die Tradition schlechter Auftritte gegen unterklassige Gegner führte die HSG im neuen Wettbewerb zwar fort, dennoch stand am Ende ein Pflichtsieg im ersten Pflichtspiel der Saison zu Buche.

Besonders in der hektischen Anfangsphase schien der HSG das kampfbetonte Testspiel gegen den Oberligisten Tusem Essen II (29:31) tags zuvor noch in den Gliedern zu sitzen. Schwere HSG-Beine verursachten große Lücken im Deckungsverbund und schwache Abschlüsse im Angriff. Hier bereitete der glitschige, weil harzfreie Ball vor allem dem Weseler Rückraum große Probleme, hatte der Gegner 18 Stunden zuvor doch noch einen neuen Haftmittelrekord in der sonst so sauberen Halle Nord II aufgestellt. Völlig verunsichert vom scheinbar amorphen Spielgerät warf Björn Fehlemann selbiges in Durchgang eins sieben Mal unbedrängt über das Tor. So spielte sich der Bezirksligist, getragen vom euphorischen Publikum, in einen Rausch und ging mit 6:3 (9.) und 9:7 (15.) in Führung. Erst als man sich langsam an Spielgerät, Gegner und Inanspruchnahme eigener Gliedmaßen gewöhnt hatte, kam man langsam in Tritt. Eine 14:12-Führung (27.) wurde bis zur Pause durch weitere „field goals“ verspielt.

Zuversichtlich die eigenen Unzulänglichkeiten in Durchgang zwei abstellen zu können, legten die Rot-Weißen schnell eine Drei-Tore-Führung vor (16:19, 36.). Doch abschütteln ließen sich die

aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren nicht. Jedes Tor wurde von Zuschauern wie Spielern frenetisch bejubelt, wovon sich einige HSG-Akteure offensichtlich beeindrucken ließen. Auch in Durchgang zwei lösten die Hansestädter etliche Fahrkarten, weshalb erst das 23:26 (58.) das Spiel entschied. Auch durch das Fehlen wichtiger Akteure (Fyn Walla, Cedric Schnier, Adrian Schnier, Tobias Hermann, Christoph Heffels) gelang es der HSG nicht den Testspielcharakter abzulegen und die nötige Spannung für die bald anstehenden Aufgaben in der Liga aufzubauen. Für eine Schrecksekunde sorgte Zeitnehmer und HSG Edel-Assistent Sven „Svente“ Nunnendorf, als er fälschlicherweise den noch gesperrten Neuzugang aus Hiesfeld Cedric Schniers anstatt ebenfalls Neuzugang Niklas Borowski auf dem Spielerbogen eintrug. Dies hätte eine vierwöchige Sperre für Schniers bedeutet und somit eine herbe Schwächung der HSG in den ersten beiden Ligaspielen und zudem ein Ausscheiden aus dem Pokal. Doch dann kam Esser! Er überzeugte das umsichtige Schiedsrichterduo von der Nichtanwesenheit Schniers und verhinderte so eine Sperre und ein Ausscheiden am grünen Tisch.

Ein letztes Testspiel absolviert die HSG am kommenden Samstag gegen die HSG RW Oberhausen, bevor man am 12.09. beim Oberliga-Absteiger TV Vorst in die Saison startet. Es gilt den guten Eindruck aus den Testspielen zu konservieren, sowie den mäßigen Auftritt im Pokal als Entwicklungschance zu sehen.

 

HSG: Richard Kalus, Busjan; Timmermann (2), Fehlemann (5), Matthias Kalus (3), Rühl, Daniel Weber (6), Dominik Weber (4), Borowski, Gondolf, Gorris (7/2).