24:24! Fabian Gorris behält bei der HSG Wesel die Nerven

Presse, NRZ 21.03.2016

Zwei Minuten vor dem Spielende hieß es 20:24. Doch mit der letzten Aktion sicherte Fabian Gorris dem Handball-Verbandsligisten HSG Wesel das 24:24.

Glück im Unglück hatten die Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel. Zwar kam der Gastgeber gegen den TV Korschenbroich II in der Halle Nord nicht über ein 24:24 (9:11)-Remis hinaus und belegt nun den Oberliga-Relegationsrang fünf, nur einen Zähler hinter dem auf Rang vier befindlichen TV Vorst. Doch zwei weitere Konkurrenten, Lank und Kaldenkirchen, ließen ebenfalls überraschend Punkte liegen und verpassten es, die HSG zu überflügeln. Zudem hatte mit dem Punktgewinn der Weseler beim Stande von 20:24 gut zwei Minuten vor dem Ende wohl kaum noch jemand gerechnet.

„Für die Zuschauer war es sicherlich kein schönes Spiel und unser Punktgewinn war glücklich und auch nicht verdient“, lautete das Fazit von Trainer Sven Esser, der aber schnell ergänzte: „Trotzdem nehmen wir den Zähler natürlich gerne mit und auch die Schlussphase sollte uns in unserem Selbstvertrauen eher stärken.“

Die Gastgeber lagen fast von Beginn an ständig im Hintertreffen, nach 20 Minuten stand es 5:8. „Wir haben keinen Zugriff auf das Spiel bekommen und 58 Minuten wie mit einer Blockade gespielt“, so Esser. „Gewinnen zu müssen ist scheinbar nicht unser Ding.“

Wer gedacht hatte, dass die Weseler das Momentum des 14:14-Ausgleichs (43.) in Hälfte zwei nutzen würden, um die Partie zu drehen, wurde allerdings eines Besseren belehrt. Schnell stand es 17:21, da die Hausherren vorne zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgingen.
Glück auf Seiten der HSG

Mit einem 20:24-Rückstand bogen die Hansestädter gut zwei Minuten vor dem Ende auf die Zielgerade ein. „Dann wurde es teilweise vogelwild und wir hatten auch das nötige Quäntchen Glück“, so Esser, der mit dem Treffer zum 21:24 rund 100 Sekunden vor der Sirene auf eine offene Manndeckung umstellte. Die Defensive der Weseler hielt dicht, vorne wurde plötzlich konsequent getroffen.
Info
So haben sie gespielt

HSG: Busjan, R. Kalus; Borowski, Heffels (2), Timmermann, Fehlemann (1), Hermann, Gorris (11/2), M. Kalus, Daniel Weber (3), Walla, Rühl, Dominik Weber (4), C. Schnier (3).

Als die Korschenbroicher bei angezeigtem Zeitspiel ihre Chance zum 25. Treffer erneut ungenutzt ließen, nahm Esser 16 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit und ersetzte anschließend den Schlussmann durch einen weiteren Feldspieler. Mit der Schlusssirene wurde Außenakteur Christopher Timmermann beim Wurf gefoult und die HSG bekam nach Ablauf der regulären Spielzeit aus sieben Metern die große Chance zum Ausgleich. Einmal mehr Fabian Gorris übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafwurf zum unter dem Strich glücklichen 24:24-Endstand für den Gastgeber.

„Wir werden jetzt die dreiwöchige Pause nutzen, um zu trainieren, aber auch die Köpfe wieder frei zu bekommen“, sagte Sven Esser nach der nervenaufreibenden Schlussphase. „In Neukirchen haben wir dann nichts zu verlieren.“

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