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Presse, NRZ 30.3.2017

Handball-Oberligist HSG Wesel kann mit einem Heimsieg gegen Überruhr den letzten Schritt zum Klassenerhalt gehen. Mirco Schwarz als Neuzugang.
Rechnerisch ist der Klassenerhalt noch nicht unter Dach und Fach. Doch die Zweifel daran bewegen sich eher im Promillebereich. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen“, beschreibt Sven Esser seine Einschätzung der Lage. Fünf Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Vorsprung des Handball-Oberligisten HSG Wesel auf den ersten Abstiegsplatz sieben Punkte.

Und mit der SG Überruhr gastiert am Sonntag (16 Uhr) eben jenes Team in der Halle Nord, das diesen Rang einnimmt. Mit einem Sieg könnten die Weseler die letzten theoretischen Überlegungen in Sachen Klassenerhalt beiseite legen. Für eine erneute Oberliga-Saison wird auf jeden Fall schon kräftig geplant.

Mirco Schwarz kommt vom TV Jahn Hiesfeld zur HSG

Der erste Neuzugang ist mittlerweile perfekt. Mirco Schwarz wechselt vom Verbandsligisten TV Jahn Hiesfeld zur HSG. Dabei passt der Linksaußen bestens zum Anforderungsprofil der Weseler mit seinen 22 Jahren. „Wir freuen uns, dass wir wieder einen jungen Spieler dazugewonnen haben“, sagt Esser. Die ehemaligen Hiesfelder Akteure in Reihen der HSG haben bei Mirco Schwarz sicherlich auch ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet.

Doch damit sind die Planungen längst nicht abgeschlossen. „Da wird noch etwas kommen“, kündigt der HSG-Trainer an. Es gebe noch heiße Kandidaten, mindestens einer, möglicherweise auch zwei Handballer sollen das Team zur neuen Saison verstärken. Zumal es mit Tobias Hermann mittlerweile den vierten Spieler im aktuellen Kader der Weseler gibt, der nach der Saison seine Karriere beendet. Beruf, Familie und Handball – dies alles bekommt der Familienvater, der mit einer im Training erlittenen Knöchelverletzung derzeit für sechs Wochen ärztliches Sportverbot verordnet bekommen hat, nicht mehr unter einen Hut.

Druck liegt auch diesmal wieder beim Gegner

Abgesehen von Nico Möhle, der zur SV 08/29 Friedrichsfeld zurückkehrt, gibt es mit Michael Steffens (34), Fyn Walla (26) und Björn Fehlemann (35) ein Trio, das zwar nach dieser Spielzeit aufhört, sich aber nicht abmeldet. „Die drei Spieler werden nicht aus unserem Blickfeld verschwinden“, so Sven Esser. Bei ähnlichem Verletzungspech wie in dieser Saison, kann sich der HSG-Coach auch das ein oder andere Comeback vorstellen.

Dies ist allerdings noch Zukunftsmusik, aktuell geht es gegen die SG Überruhr – und um die „mehr als gute Ausgangsposition“, so Esser. Hinzu kommt der Aufwärtstrend bei den Weselern in den letzten drei Partien, von denen zwei in heimischer Halle gewonnen wurden. „Wir müssen von Anfang an hellwach sein“, fordert der HSG-Coach. Dabei denkt er mit Freude an den letzten Heimauftritt gegen TSV Aufderhöhe zurück (30:24), als es einen 12:2-Blitzstart gab. Der Druck liege wie schon vergangenen Sonntag auch diesmal mehr beim Gegner. „Denn ein Unentschieden würde uns mehr weiterbringen als Überruhr“, so Esser, der neben Hermann weiterhin auf Dominik Weber, Jörn Hauenstein, Richard Kalus und Marius Hünting verzichten muss.

>>SG ÜBERRUHR MIT AUSGEGLICHENER BILANZ

Der HSG-Gegner aus Überruhr weist als Abstiegskandidat gar keine so schlechte Bilanz in den letzten Wochen auf. Die zurückliegenden sieben Spiele brachten drei Siege, ein Remis und drei Niederlagen. „Die haben Lunte gerochen und werden voll motiviert sein“, so Sven Esser, der sein Team auf eine offensive Deckung einstellen muss.