Nölscher coacht die HSG zum Abschied

RP Online
RP, 08.05.2015
Handball-Verbandsliga: HSG Wesel kann sich mit einem Remis am letzten Spieltag aus eigener Kraft Platz fünf sichern. Von Andreas Nohlen
Das Thema ist schon lange abgehakt, sehr zur Freude von Sven Esser. „Wir sind froh, dass wir damit nichts mehr zu tun haben“, sagt der Trainer der HSG Wesel mit Blick auf die vielen Fragezeichen, die es in Sachen Abstiegsrelegation vor dem letzten Spieltag in der Handball-Verbandsliga gibt. Sein Team (25:21-Zähler) kann sich beim Saison-Finale am Samstag mit einem Punktgewinn beim Tabellenelften SV Neukirchen (14:32) endgültig den fünften Rang sichern. „Wir sind durchaus motiviert, das aus eigener Kraft zu schaffen“, sagt Esser vor dem Gastspiel bei einem Gegner, dessen Motivation dagegen scheinbar sehr gelitten hat. Nach ihrem Sieg gegen RW Oberhausen verloren die Neukirchener ihre letzten acht Spiele in Serie, zuletzt gegen das bis dato punktlose Schlusslicht in Dülken. Durch den besseren direkten Vergleich gegenüber Oberhausen kann Neukirchen nicht mehr auf den vorletzten Rang abrutschen. Dort droht nach jetzigem Stand die Abstiegsrelegation.

Auch wenn die Weseler in Sachen Verbandsliga quasi seit Monaten Planungssicherheit besitzen, hat sich beim Kader für die neue Saison nichts zum Positiven verändert. In Michael Nölscher (Karriereausklang in Schermbeck) und Jonas Gorris (wahrscheinlich nach Ratingen) gehen zwei Leistungsträger. Heiko Kreilkamp, in dieser Saison verletzungsbedingt kaum zum Einsatz gekommen, hört auf. Neuzugänge gibt es noch keine. Aus der zweiten Mannschaft rückt bislang nur Matthias Kalus auf.

Für das ungünstigste Szenario – sprich: keine externen Neuzugänge – stünden noch weitere Namen aus den eigenen Reihen auf dem Zettel. „Aber wir wollen unsere zweite Mannschaft, die gerade erst den Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft hat, auch nicht direkt auseinandernehmen“, sagt Esser. Ärgerlich sei, dass die HSG mit ihrer Leistung in dieser Saison eigentlich genug Eigenwerbung für Neuzugänge betrieben habe. Esser: „Wir stehen auch noch mit einigen Akteuren in Kontakt.“

Der Trainer betont immer wieder, dass „auch ohne Verstärkungen noch genug Qualität für die Verbandsliga vorhanden ist“. Schließlich seien auch in dieser Spielzeit häufig wichtige Akteure ersetzen worden – und das gut. In Sachen Verletzung dürfe aber nicht viel passieren. Auch weil die HSG Wesel derzeit keine A-Jugend besitzt. Immerhin schickt sich die B-Jugend an, in der kommenden Saison überkreislich zu spielen. „Da sind gute Jungs dabei. Aber wir müssen noch ein bis zwei Jahre überbrücken, bis wir davon profitieren“, so Sven Esser. Bieten wollen die Hansestädter ihren Talenten auch nach der anstehenden Ligenreform dann die Verbandsliga.

Dabei gebe es immer noch keine Regelung für den angedachten vermehrten Aufstieg aus der Verbandsliga, so Esser. In die Gruppe der HSG drohen mit dem TV Vorst und dem MTV Dinslaken zwei Oberliga-Absteiger zu kommen. „Und auch die Aufsteiger haben es in sich“, so der Coach. Wenn sich die Fragezeichen in Sachen Ligen-Zugehörigkeit bei allen Teams verflüchtigt haben, hofft die auf den einen oder anderen Neuzugang.

In seinem letzten Meisterschaftsspiel für die HSG wird Routinier Michael Nölscher die Mannschaft beim SV Neukirchen coachen. Trainer Sven Esser ist beim Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal in Hamburg. Ihr eigenes Pokal-Endturnier auf Kreisebene hat die HSG am 16. und 17. Mai in Friedrichsfeld.