Verletzungspech bleibt der HSG Wesel weiterhin treu

WAZ Mediengruppe

Handball-Oberligist HSG Wesel gastiert am Samstag beim TSV Aufderhöhe. HSG-Trainer Sven Esser muss weitere Akteure auf der Ausfallliste notieren.

 Nach einer zweiwöchigen Spielpause hofft ein Trainer, dass die Ausfallliste geringer wird. Dies trifft auch auf Sven Esser zu. Doch wenn der von ihm trainierte Handball-Oberligist HSG Wesel (8. Platz/7:7 Punkte) am Samstag (19.15 Uhr) beim TSV Aufderhöhe (4./9:5) antritt, dann werden deutlich mehr Akteure die Partie in Zivil verfolgen müssen als zuletzt.

„So langsam reicht es, viel darf jetzt wirklich nicht mehr passieren“, sagt HSG-Trainer Sven Esser. Neben dem schon länger fehlenden Keeper Richard Kalus (Mittelfußbruch) und Björn Fehlemann (Kapsel- und Sehnenriss im kleinen Finger) werden mit Niklas Weghaus, den Brüder Dominik und Daniel Weber sowie Matthias Kalus wohl vier weitere Akteure passen müssen. Die Ausfallliste umfasst somit fünf Rückraumspieler, darunter zwei Linkshänder. Christoph Heffels dürfte sich deshalb auf deutlich mehr Einsatzzeit einstellen als zuletzt.

Daniel Weber hat sich im Training einen doppelten Außenbandriss zugezogen, Dominik Weber plagt eine Entzündung in der Schulter. Weghaus war in der Partie gegen Königshof umgeknickt und laboriert an einer schweren Bänderdehnung. Matthias Kalus schmerzt seit der Pokalpartie gegen Lobberich das ständig angeschwollenen Knie, ein MRT-Termin ist gebucht.

„Teilweise sind die Spieler gerade erst nach längeren Pausen zurückgekommen“, ärgert sich Esser über das Verletzungspech. Außerdem erwischte die Weseler Handballer eine Erkältungswelle. „Aber Jammern nutzt nichts. Wir haben immer noch mindestens neun Feldspieler, die auch gut Handball spielen können und man wächst mit den Aufgaben.“

Der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt zwar „nur“ noch drei Zähler. Doch vor dem Saisonstart hätte der Aufsteiger diese Ausgangsbasis vor dem achten Spieltag sicherlich sofort unterschrieben. „Deshalb können wir auch weiter befreit aufspielen. Allerdings haben wir bis zur Winterpause noch vier schwere Spiele, drei davon auswärts. Und da tun wir uns immer ein wenig schwerer“, erinnert der HSG-Coach. Der ein oder andere Punkt sollte schon eingefahren werden, um „bis Weihnachten nicht ganz unten reinzugeraten“.

Info
Niederlagen in den Topspielen

Nach einem 7:1-Punktestart inklusive des 26:22-Heimerfolgs gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken kassierte der TSV Aufderhöhe in den Topspielen Niederlagen gegen Remscheid (30:31) und Königshof (22:28), gewann zuletzt aber wieder mit 23:22 bei der SG Überruhr. In der vergangenen Saison waren die Solinger im HVN-Pokal Endstation für die HSG Wesel.

In ihrem letzten Auftritt hatten die Rot-Weißen den Spitzenreiter aus Königshof lange Zeit vor große Probleme gestellt, nach 33 Minuten mit 17:14 geführt. Doch in den folgenden zehn Minuten hatte der Favorit die Dinge aus seiner Sicht mit einem 7:0-Lauf zurechtgerückt. „Trotzdem macht dieses Spiel Mut. Wir haben uns Lösungen einfallen lassen, die gut funktionierten. So können wir mit den Top-Teams mithalten“, so Esser.

Er erwartet am Samstag einen kaum schlechteren Gegner als Königshof. „Aufderhöhe hat eine sehr routinierte Truppe mit einigen Leuten, die höher gespielt haben.“ Die Deckung ist das Prunkstück. „Da müssen wir trotz unserer vielen Ausfälle mal aufs Tempo drücken.“