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Trainer Sven Esser sieht die HSG Wesel noch nicht am Ziel

2. Januar 2017/in Presse

Presse, NRZ 02.01.2017

Trainer Sven Esser hat mit dem Handball-Oberligisten HSG Wesel noch eine Menge vor. Seine eigene Zukunft soll bald entschieden werden.

Mit einer knappen Niederlage in Mettmann (23:24) verabschiedeten sich die Oberliga-Handballer der HSG Wesel aus dem so erfolgreichen Sportjahr 2016. Der Neuling nimmt nach elf der insgesamt 26 Spiele Platz fünf ein und weist ein positives Punktekonto (13:9) auf. Die NRZ sprach mit Trainer Sven Esser über den bisherigen Saisonverlauf, die Verletzungsmisere und die Zukunft des 39-Jährigen.

Zwischen dem letzten Meisterschaftsspiel in 2016 und dem ersten im neuen Jahr liegen vier Wochen Pause. Konnten Sie mal ganz vom Handball abschalten?

Sven Esser: Ja, doch das geht schon. Und es muss auch mal sein. Aber nach Weihnachten und den Feiern ins neue Jahr hinein geht es mit dem Training heute Abend auch schon wieder weiter. So sind das gerade mal zwei Wochen Pause.

Erfolgreichstes Jahr des Vereins im Senioren-Bereich
War 2016 mit dem Aufstieg in die Oberliga und dem derzeitigen Platz fünf in der neuen Klasse Ihr erfolgreichstes Jahr als Trainer überhaupt?

Das kann man schwer sagen. Für mich gab es im Jugendbereich auch schon sehr erfolgreiche Jahre, die man nicht unbedingt immer an einer Platzierung messen kann. Im Seniorenbereich war das sicherlich das erfolgreichste Jahr, das wir im Gesamtverein hatten. Mit dem Aufstieg und auch dem Kreispokalsieg, der oft vergessen wird, haben wir sehr positive Schlagzeilen geliefert.

Die Oberliga begann dann aber mit einer Heimklatsche gegen den TV Angermund. Kamen bei Ihnen nach dem Spiel Zweifel auf, ob das Potenzial des Teams überhaupt für diese Klasse reicht?

Eigentlich nicht. Wir hatten eine gute Vorbereitung und ich wusste, dass wir eine Mannschaft haben, die in der Klasse mitspielen kann. In der zweiten Halbzeit gegen Angermund waren wir richtig schlecht, die war fürchterlich. Aber es war ja nur das erste Spiel.

Gegen jedes Team siegen, aber auch verlieren
Nach Angermund folgte dann auch direkt der Überraschungssieg im Derby beim MTV Rheinwacht Dinslaken. Waren dies der Knackpunkt und die Initialzündung für den positiven Verlauf bis zu Jahreswechsel?

Ich will nicht sagen, dass dies der Wendepunkt war. Es war für uns aber unheimlich wichtig, so ein Spiel direkt nach nur einer Trainingseinheit zwischen Angermund und Dinslaken zu haben. Mit der Partie waren wir in der Oberliga angekommen. So ein Derby ist auch immer eine besondere Begegnung. Zumal wir unfassbar viele Akteure in den Reihen haben, für die es mit Hiesfelder Vergangenheit auch noch ein ganz besonderes Lokalduell war.

Die HSG Wesel liegt acht Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz. Beschäftigen Sie sich überhaupt noch mit dem Thema Abstiegskampf?

Natürlich, schließlich ist die Liga sehr ausgeglichen. Wir haben schon ein recht ordentliches Polster. Und wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, können wir mit jeder Mannschaft mithalten. Ist dies allerdings nicht der Fall, dann können wir auch gegen jedes Team verlieren. Es wäre absolut falsch zu sagen, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Mit unseren 13 Punkten würden wir sicherlich absteigen.

Dominik Weber droht eine Schulter-Operation
In der Vorbereitung und auch in den elf Spielen bis zur Winterpause wurde Ihr Team vom Verletzungspech arg gebeutelt. Wo stünde die HSG ohne diese Misere?

Das ist schwer zu sagen. Man kann nicht pauschal behaupten, wir hätten drei Punkte mehr, wenn alle dabei gewesen wären. Es macht uns auch ein bisschen aus, dass wir die Verletzungen gut kompensieren konnten. Das ist gar nicht so selbstverständlich, da viele Spieler auf Positionen eingesetzt wurden, die für sie nicht gerade erste Wahl sind.

Wen erwarten Sie am 15. Januar im Heimspiel gegen den TV Lobberich von den Verletzten wieder zurück?

Daniel Weber und Niklas Weghaus waren schon wieder dabei, auch wenn sie noch nicht zu 100 Prozent wieder hergestellt waren. Bis auf Richard Kalus und Dominik Weber, der wohl an der Schulter operiert werden muss, rechne ich mit allen bereits heute Abend zum ersten Training im neuen Jahr.

Aufstiegssaison zur Landesliga als Warnung
Ist Ihre Zielsetzung immer noch der Klassenerhalt oder denkt die HSG Wesel jetzt an höhere Tabellenregionen?

Aufsteigen werden wir nicht, da bin ich mir sicher. Aber die Saison, als uns der Sprung von der Landes- in die Verbandsliga gelungen ist, sollte Warnung genug sein. Da haben wir nach einer klasse Hinrunde den Aufstieg in der zweiten Serie fast noch verbockt. Unser erster Blick sollte nun darauf gerichtet sein, mindestens drei Teams hinter uns zu lassen. Denn man weiß schließlich noch nicht, was in den oberen Klassen passiert. Wenn wir das erreicht haben und unsere Leistung abrufen, schauen wir schon nach vorne – vielleicht in Richtung fünfter oder sechster Platz. In unserer Leistung sind wir mittlerweile schon ziemlich gefestigt.

Sie sind nun im vierten Jahr wieder Trainer bei der HSG Wesel. Wird daraus noch ein fünftes Jahr oder wie sieht die Planung aus?

Die Planungen sind schon so, dass es auch ein fünftes Jahr geben kann. Wir werden uns zeitnah zusammensetzen, die Gespräche können wir recht entspannt angehen. Wir werden den Weg, den wir eingeschlagen haben, wohl weitergehen. Die letzten vier Jahre haben ja auch gezeigt, dass es nicht der schlechteste Weg ist.

>>POKALSPIEL STEIGT FREITAG IN HIESFELD
Das erste Oberliga-Spiel am 15. Januar wird nicht die erste Pflichtpartie für die HSG sein. Die Weseler haben sich mit dem TV Jahn Hiesfeld auf einen Termin für die Begegnung in der dritten Kreispokalrunde geeinigt. Die HSG tritt am kommenden Freitag (6. Januar) um 20 Uhr beim Verbandsligisten an.

Schlagworte: 1. Herren, NRZ, Pokal, Saison 2016/2017
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