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Presse, RP 20.11.2017

Handball: Der Oberligist zeigt bei der 11:19-Niederlage erschreckende Schwächen im Angriff und rutscht auf den vorletzten Platz ab.

Für die HSG Wesel spitzt sich die sportliche Situation immer mehr zu. Vor den beiden richtungsweisenden Spielen gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte Konkurrenz aus Lintorf und Neukirchen, die ab dem 10. Dezember folgen, unterlag der Handball-Oberligist mit 11:19 (5:11) beim LTV Wuppertal und rutschte in der Tabelle auf einen Abstiegsplatz ab.

Schlimmer noch als das Ergebnis war für Sven Esser der Auftritt seiner Mannschaft. „Abgesehen von den ersten fünf Minuten war das nicht oberligareif“, sagte der Trainer der HSG. „Wir haben im Angriff unfassbar viele technische Fehler gemacht.“

Ohne die Stammkräfte Niklas Weghaus, Michael Abbing und Jörn Hauenstein patzte die Offensive bereits in der Anfangsphase gleich reihenweise. Nach elf Spielminuten lagen die Weseler schon mit 1:4 zurück und hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Siebenmeter vergeben. Dennoch gelang Fabian Gorris nach 18 Minuten der 4:5-Anschlusstreffer.

Aber das verletzungsbedingte Ausscheiden von Cedric Schnier und eine Torflaute von 13 Minuten, in denen die Mannschaft gerade mal einen einzigen Treffer erzielte, besiegelten bereits in der ersten Halbzeit das Schicksal der HSG Wesel. Denn mit einem mageren 5:11 in die Kabine zu gehen, das bedeutete praktisch schon die Niederlage. Auch nach dem Seitenwechsel lief es nicht besser. Während die Defensivabteilung ordentlich arbeitete und in den ersten 14 Minuten des zweiten Durchgangs nur einen Treffer hinnehmen musste, vergab die Offensive gleich reihenweise beste Gelegenheiten, darunter drei Tempogegenstöße.

Der Gastgeber überstand seine zwischenzeitliche Schwächephase ohne Schaden und holte souverän die beiden Punkte. „Das war demoralisierend. Meine Spieler haben heute viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Trainer Sven Esser nach Spielschluss. „Mit elf Treffern im Angriff wird man nie ein Oberliga-Spiel gewinnen können.“

Für die frustrierten Weseler wird es nun in den kommenden drei Wochen darum gehen, die Begegnung in Wuppertal aus den Köpfen zu bekommen und sich aus diesem Tief herauszuarbeiten, um die beiden letzten so immens wichtigen Partien des Jahres erfolgreich zu bestreiten. „Wir sind derzeit in keiner guten Verfassung“, stellte Sven Esser fest, der sich in Galgenhumor flüchtete. „Gut ist nur: Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden.“

HSG Wesel: A. Schnier, Hünting – Heffels, Borowski, Pannen, Müngersdorf (1), Gorris (3/1), Pobric (2), Kalus, Daniel Weber (1), Rühl, Dominik Weber (4), C. Schnier, Schwarz.