RP, 17.11.2017

Der Handball-Oberligist steht beim LTV Wuppertal wieder vor einer schweren Aufgabe. Zumal der Drittletzte erhebliche Personalprobleme hat und auswärts lange ohne Erfolgserlebnis ist. 2017 gab es nur Niederlagen in des Gegners Hallen. Von Timo Kiwitz

Es wird nicht leicht, dieser Negativspirale zu entkommen. Dem Handball-Oberligisten HSG Wesel fehlt derzeit ganz offensichtlich das nötige Selbstvertrauen. Selbstvertrauen holen sich Sportler für gewöhnlich über Erfolge. Doch wenn das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht da ist, wird es eben auch schwierig, Siege zu schaffen. Am Sonntag nimmt das Team von Sven Esser einen neuen Anlauf. Um 16.45 Uhr tritt der Drittletzte HSG (3:13-Punkte), der nur einen Zähler Vorsprung vor den Abstiegsplätzen hat, beim Aufsteiger LTV Wuppertal an. Der Gastgeber ist mit 8:8-Punkten sehr ordentlich gestartet und dürfte dementsprechend das Selbstvertrauen haben, das den Weselern fehlt.

Nach dem Auftritt in Wuppertal hat der Oberligist erneut drei Wochen Pause, bevor es gegen die beiden Gegner geht, die noch hinter den Weselern positioniert sind. Die HSG erwartet am Sonntag, 10. Dezember, den Vorletzten TuS Lintorf. Sechs Tage später spielt sie beim Schlusslicht SV Neukirchen. „Das wird fast schon Überlebenskampf“, sagt Esser, der nur zu gerne vor den Begegnungen mit der direkten Konkurrenz schon punkten würde. Er ist aber Realist genug, seiner Mannschaft in Wuppertal die Außenseiterrolle zuzuordnen.

Denn gleich mehrere Faktoren sprechen gegen die HSG Wesel. Da wäre zum Beispiel die Auswärtsmisere. In diesem Kalenderjahr hat die HSG auswärts noch kein Bein auf den Boden bekommen. In Überruhr gab es die zwölfte Niederlage in der Fremde in Folge. Nicht gerade rosig sieht es auch in Sachen Personal aus. Jörn Hauenstein fehlt aus beruflichen Gründen. Für den angeschlagenen Michael Abbing käme ein Einsatz noch zu früh. Dazu bangt der Trainer um Niklas Weghaus, der schon in Überruhr wegen einer Kapselverletzung am Daumen pausieren musste, und Fabian Gorris, der wegen Beschwerden an der Achillessehne nicht trainieren konnte. „Man muss sich dann schon fragen, ob es mit Blick auf die wichtigen Spiele im Dezember Sinn macht, halbfitte Akteure zu bringen“, sagt Sven Esser, der auf jeden Fall kein allzu großes Risiko eingehen will.

Als wenig hilfreich könnte sich in Wuppertal auch die bevorzugte Abwehrvariante des Gastgebers erweisen. Der LTV deckt gerne offensiv – genau das behagte den Weselern zuletzt überhaupt nicht. Im Training hat Esser da noch einmal den Hebel angesetzt und versucht, mit seinen Schützlingen Lösungen zu erarbeiten. Denn auch wenn sich die Defensive der HSG noch nicht ganz so stabil präsentiert wie in großen Teilen der vergangenen Saison, drückt der Schuh weiterhin ganz klar im Angriff. Wichtig wird es für den Oberligisten daher in Wuppertal sein, die sich bietenden Chancen – und davon sollte es gegen eine offensive Abwehrformation durchaus einige geben – auch zu einem großen Prozentsatz zu nutzen. Das lässt sich allerdings mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein meistens viel besser bewerkstelligen.