RP, 18.2.2019

Der abstiegsbedrohte Verbandsligist hält die Heimpartie gegen den TV Vorst lange Zeit offen, verliert sie aber knapp mit 29:30. Die letzte Aktion zum Ausgleich kann der Gastgeber nicht mehr erfolgreich abschließen.

Jan Mittelsdorf wirkte richtig mitgenommen. „Das ist so bitter“, stöhnte der Trainer der HSG Wesel. Die Heimpartie gegen den TV Vorst hatte der Coach als erstes Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga deklariert. Und lange sah es in der Halle Nord am gestrigen Sonntag tatsächlich so aus, als könnten die Weseler einen großen Schritt machen. Doch am Ende skandierten die Gäste überschwänglich „Auswärtssieg, Auswärtssieg.“ Mit 29:30 (16:13) musste sich die HSG, die lange vorne gelegen hatte, geschlagen geben.

Knackpunkt für die Niederlage war dabei die Phase zwischen der 42. und der 54. Minute. In diesem Zeitraum gaben die Weseler nicht nur eine komfortabel scheinende Vier-Tore-Führung aus der Hand, sondern lagen plötzlich sogar mit 24:29 hinten. „Wir haben da mehrmals nicht gut gedeckt, Zeitstrafen kassiert und vorne einige falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Mittelsdorf.

Seine Mannschaft kämpfte sich in der Schlussphase zwar noch einmal zurück, kam bis auf einen Treffer heran und fünf Sekunden vor dem Ende sogar noch einmal in Ballbesitz, doch das Tor von Dominik Weber zum vermeintlichen Ausgleich fiel deutlich nach der Schlusssirene.

In der Anfangsphase der Partie hatten die Weseler zwar meist hinten gelegen, doch der Gastgeber kam nach leichten Anlaufschwierigkeiten immer besser in die Partie und führte beim zwischenzeitlichen 10:8 durch Petar Popovic (18.) erstmals mit zwei Treffern. Von da an standen die Zeichen lange auf Heimsieg. Die Vorster verbreiteten wenig Angst und Schrecken. Den gefährlichsten TVV-Werfer Manuel Stelzhammer nahm die HSG mit einer Manndeckung fast gänzlich aus dem Spiel.

Zwar hatten auch die Weseler ihre Probleme, aus dem gebundenen Spiel heraus Chancen zu kreieren, doch als Linksaußen Niklas Borowski das 20:16 (40.) erzielte, war der Gastgeber immer noch voll im Soll. Doch ganz schnell ging es nun bergab. Beim Stand von 21:19 (44.) versuchte Jan Mittelsdorf noch einmal mit einer Auszeit gegenzusteuern, doch der Effekt blieb aus. Drei Minuten später lag Vorst nach langer Zeit wieder vorne und setzte sich nun, angeführt vom routinierten Andreas Bröxkes, der häufig erfolgreich die Eins-gegen-Eins-Situationen suchte, immer weiter ab.

Ihren Fünf-Tore-Vorsprung retteten die Gäste dann so gerade eben über die Zeit. „Diese Niederlage haben wir uns heute ganz allein zuzuschreiben. Der TV Vorst war heute sicher kein guter Gegner. Dass wir wieder leer ausgegangen sind, ist auch für die Moral sehr bitter“, sagte der Weseler Trainer nach der Begegnung

HSG Wesel: Baatz, Hünting – Borowski (3), Hauenstein, Pobric (4), Rotte (2), Daniel Weber (6/2), Popovic (3), Hermann (2), Steffens (2), Dominik Weber (7), Jacobi.