Mit fast kompletter Besetzung traten wir das Auswärtsspiel beim TV Voerde an. Zwei Punkte zu holen war Pflicht, wir hätten nur gerne auch deutlich gewonnen. Das wäre auch möglich gewesen die bessere Mannschaft haben wir in jedem Fall. Aber betrachten wir einfach das Spiel.

Wir haben von Anfang an bärenstark verteidigt und kaum Gegentore zugelassen, nach ca 20 Minuten stand es 10:2 für uns. Über die Abwehr brauchen wir hier nicht zu schreiben, die war über 60 Minuten super. Warum es aber nach 20 Minuten nicht 15:2 stand, das verdient eine Betrachtung. Vorne taten wir uns sehr schwer gegen eine sehr aggressiv (nicht brutale oder unfaire) Abwehr. Der Schlüssel wäre ein konsequentes Anstoßen, wenn das nicht reicht Gegenstoßen, gewesen. Dann hätten sich klare Lücken und damit Chancen aufgetan. Haben wir aber nicht gemacht, viel zu häufig wurde das Kleinklein versucht und damit der ganze Schwung aus dem Angriff genommen. Also Freiwurf für uns, neuen Druck aufbauen und dann wieder im Kleinklein verpuffen lassen. Schlussendlich waren es fünf Prozent, die fehlten, um einen klaren Sieg einzufahren, und es waren fünf Prozent, die sich in der Birne abspielen. Auf den Trainer hören und stumpf machen, was der vorgibt hätte gereicht.

Dann wurde, dass Spiel unnötigerweise hektisch und unschön. Von Anfang an gingen unsere Gastgeber sehr robust zu Werke, so wie Handball eben nun mal ist. Da dies nicht ein einziges Mal geahndet wurde, zog sich das so durch, und irgendwann haben wir eben auch gekloppt. Nicht böse, aber hart, so wie Handball eben ist. Normalerweise gibt es dann hin und wieder zwei Minuten, und die verkloppte Mannschafft hat dann eben dadurch einen Vorteil, und die kloppende einen Nachteil. Nachdem im Eifer des Gefechts und aufgrund mangelnder Sanktionen Daniel einen Schlag voll ins Gesicht abbekam, wurde dann die Devise ausgegeben: Keine Schmerzen zeigen! Haben wir auch nicht, wir haben versucht, in einem leider viel zu aggressiven Spiel einfach weiter Handball zu spielen. Da war die Stimmung in der Halle aber schon sehr aufgeladen, es kam auf beiden Seiten kaum mehr Ruhe ins Spiel. So verkürzten die Gastgeber den Vorsprung immer weiter und es stand am Ende nur 19:16 für uns. Kompliment an die Voerder, die es geschafft haben gegen eine eigentlich klar überlegene Mannschaft ein so enges Ergebnis zu erreichen. Hausaufgabe an uns: konzentriert bleiben, Ruhe bewahren, die eigenen Stärken erkennen und AUF DEN TRAINER HÖREN; denn der hat meistens Recht.

Neben einer tollen Defensive ist vor allem ein Mann zu loben, der viele Namen hat: Shawn das Schaf, Justin Bieber mit neuer Frisur, der Wolff im Schafspelz… gemeint ist unser Torwart Ilja Rippin, der über 60 Minuten eine überragende Leistung gezeigt und uns so am Ende den Sieg gerettet hat.

Trotz allem kritischen, was hier steht, handelt es sich um eine Mannschafft, die tollen Handball spielen kann, die eine Einheit ist und die viel vor hat in dieser Saison. Das Momentum liegt klar bei uns, wenn jemand anderes Ambitionen hat aufzusteigen, muss er an uns vorbei. Klare Ansage: kommt er nicht!

Es spielten: Rippin, Krieger; Bischoff (2), Jansen, Brinkmann (8), Brune (2), Schwartz (3), Wolters, Walch, van der Els, Angenendt, Uckert (1), Klütterman, Vorholt, Jansen (3)