HSG Wesel lässt zu viele Chancen aus

RP Online

Presse, RP 09.11.2015

Der Handball-Verbandsligist verspielt beim 29:31 in der Heimpartie gegen die Moerser Adler HSG einen möglichen Sieg. Die Mannschaft muss den Blick in der Tabelle deshalb weiter nach unten richten. Von Andreas Nohlen

Sven Esser brachte es auf den Punkt. „So ein Spiel dürfen wir eigentlich nicht verlieren“, sagte der Trainer des Handball-Verbandsligisten HSG Wesel gestern Abend nach der 29:31 (14:12)-Niederlage in der Heimpartie gegen die Moerser Adler HSG. Esser muss den Blick in der Tabelle mit seinem Team dadurch weiter nach unten richten. Die Gäste feierten dagegen ausgelassen einen Sieg, nach dem es lange nicht ausgesehen hatte.

Eine Reaktion nach der deutlichen Niederlage in Dinslaken wollte Esser von seinem Team sehen. Die Mannschaft erfüllte die Forderung. In Hälfte eins spielte der Gastgeber konzentriert. Nach 30 Minuten hätten es durchaus mehr als die zwei Tore Differenz sein können. Doch nach dem Wechsel folgte eine Achterbahnfahrt mit einer vermeidbaren Niederlage als Ergebnis.

„Gute und schlechte Phasen haben sich extrem abgewechselt. So haben wir es nicht geschafft, das Spiel schon frühzeitig zu entscheiden“, so Esser. Die Weseler hatten sich nach der Pause auf 17:13 abgesetzt und kassierten dann in Überzahl zwei Gegentore. In Minute 41 glichen die Moerser erstmals wieder aus (19:19). Wesel verhinderte zu dem Zeitpunkt, dass die Partie kippte. Doch die HSG spielte da bereits nicht mehr das, was Esser von seinen Schützlingen sehen wollte. Erschwerend kamen die zahlreichen Strafzeiten hinzu, die sich der Gastgeber nun einfing.

Aus einem 20:22-Rückstand machte Moers binnen acht Minuten eine 28:23-Führung (52.). Doch auch der Gast schaffte es nicht, den Vorsprung ruhig über die Zeit zu bringen. Wesel stellte auf eine 4:2-Deckung um, erzielte drei Tore innerhalb von zwei Minuten und war beim Stand von 26:28 wieder im Rennen. Umso unverständlicher war die Wurfauswahl der Weseler, die es dem starken Moerser Torhüter Tobias Kokott mit Hebern von den Außen oder Körpertreffern zu einfach machten. „Teilweise wurde es wirklich vogelwild. Aber den Willen kann man der Mannschaft nicht absprechen“, meinte Sven Esser. „Wir haben einfach zu viele Möglichkeiten nicht genutzt. Dann darf man sich am Ende auch nicht beschweren.“

Die nächste Partie der HSG Wesel zu Hause gegen den TSV Kaldenkirchen wurde um eine Woche auf Samstag, 21. November, verschoben. „Vielleicht ist das besser so. An diesem Spiel haben wir wahrscheinlich noch zu knabbern“, sagte der Weseler Trainer.

HSG Wesel: A. Schnier, Busjan – Heffels (1), Timmermann, Borowski, Fehlemann (6), Gorris (12/2), Hermann, M. Kalus (1), Da. Weber (1), Walla (1), Rühl, Do. Weber (4), C. Schnier (3).