HSG Wesel und 08/29 bilden Spielgemeinschaft bei den Damen

SG Friedrichsfeld/Wesel – so nennt sich die neu gegründete Spielgemeinschaft im Handball-Damen-Bereich zwischen der HSG Wesel und SV 08/29 Friedrichsfeld.

Das letzte Gegeneinander liegt noch nicht so lange zurück. Am 23. Januar trafen die zweiten Mannschaften der beiden Vereine aufeinander. Doch ab sofort soll es nur noch ein Miteinander geben, das bereits zur neuen Handball-Saison Realität wird. Die Damen-Bereiche der SV 08/29 Friedrichsfeld und der HSG Wesel bilden eine Spielgemeinschaft (SG). Diese ist von den Vorständen der beteiligten Vereine – beim Klub aus der Hansestadt vom Weseler TV und dem Weseler Handball-Spielverein – bereits abgesegnet worden, auch der Handballverband Niederrhein hat grünes Licht gegeben. Die neu gegründete SG Friedrichsfeld/Wesel wird mit einem Verbandsliga-, einem Landesliga- und einem Bezirksliga-Team in die Meisterschaftsrunde 2016/17 gehen.

Die Idee zu dieser Zusammenarbeit entstand in Vater-Sohn-Gesprächen. Werner Hillig, Handball-Abteilungsleiter bei der SV 08/29 Friedrichsfeld, und Michael Hillig, Geschäftsführer der HSG Wesel, tauschten sich natürlich auch privat über ihren Lieblingssport und die Lage in den jeweiligen Vereinen aus. Bei den Weseler Landesliga-Damen gestaltet sich die personelle Situation schon seit längerem problematisch. Mit Helen Esser, Stefanie Haynitzsch und Anne Panek verabschiedete sich zuletzt ein Trio zum Saisonende aus dem Sport.

„Da haben wir aktuell schon darüber nachgedacht, das Landesliga-Team zurückzuziehen, da uns einfach die Spielerinnen ausgehen“, erzählt Michael Hillig. Die in der Bezirksliga beheimatete Reserve hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, musste aus personellen Gründen trotz noch offener Abstiegsfrage sogar die letzte Partie in Kleve absagen. Und eine Besserung der Lage war nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. „Ohne eine SG wäre bei uns im Damen-Bereich definitiv das Ende in zwei Jahren gekommen, ich hatte da keine Zukunft gesehen“, erklärt Michael Hillig. Zumal bis auf eine weibliche D-Jugend auch im Weseler Nachwuchsbereich Flaute herrscht.

Eine Spielgemeinschaft als Ausweg aus dem Dilemma – aus den familieninternen Gedankenspielen zwischen Vater und Sohn Hillig wurden schnell ernsthafte Gespräche zwischen allen Verantwortlichen der zwei Klubs. „Dabei haben wir uns relativ schnell auf eine Spielgemeinschaft verständigt. Denn die Situation in Friedrichsfeld ist auch nicht viel besser als bei uns“, sagt Michael Hillig. Bei den Handballerinnen beider Vereine fand die Idee ebenfalls Anklang. Die bisher in Wesel aktiven Spielerinnen besitzen nun die Möglichkeit, sogar höherklassig zu agieren.

Nach dem Okay des Handballverbandes geht es nun darum, die Details zu klären. Sicher ist, dass Harry Mohrhoff, der zuletzt die Oberliga-Handballerinnen des SV Straelen trainierte, die in der Abstiegsrelegation erfolgreiche Verbandsliga-Mannschaft übernimmt. „In Friedrichsfeld und Wesel ist das Potenzial vorhanden, die Klasse zu halten. Das ist das Ziel und dass die Spielgemeinschaft zusammenwächst“, so der 57-Jährige. Beim Landesliga-Team „besprechen wir die Trainer-Frage noch“, sagt Michael Hillig. Sybille Bömer, die bisher die HSG Wesel in der Landesliga gecoacht hat, soll der SG auf jeden Fall erhalten bleiben. Aus den zwei Bezirksliga-Mannschaften wird nur noch eine.

Info
SG Rhein-Lippe ist weiter der favorisierte Name
Bei der Namensgebung der neuen SG ist ein wenig schief gelaufen. „Wir hätten gerne SG Rhein-Lippe gehabt, so war der Plan“, sagt HSG-Geschäftsführer Michael Hillig. Doch beim Verband wurde SG Friedrichsfeld/Wesel eingereicht. „Jetzt werden wir mit beiden Namen arbeiten“, kündigt Hillig an.
Trainiert werden soll in beiden Städten. „Wie wir das genau regeln, das ist allerdings noch nicht abschließend geklärt“, sagt Michael Hillig. Auch in Sachen Spielorte in der neuen Meisterschaftssaison besteht noch Rede- und Abstimmungsbedarf zwischen den beiden Vereinen. „Es macht aber keinen Sinn, die erste Mannschaft in Friedrichsfeld und das zweite Team in Wesel spielen zu lassen“, verdeutlicht Michael Hillig. Dem 45-jährigen HSG-Geschäftsführer schweben stattdessen komprimierte Handball-Spieltage mit allen Teams an einem Ort vor. „Davon werden wohl mehr in Friedrichsfeld und nur der ein oder andere in Wesel stattfinden“, erläutert Michael Hillig.
Im Bereich des weiblichen Nachwuchses könnte im nächsten Jahr ebenfalls eine SG entstehen. „Das wäre der nächste Schritt, aber hier ist noch nichts entschieden“, sagt Hillig. Bei der HSG Wesel gibt es eine D-, in Friedrichsfeld eine B- und eine C-Jugend.
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