Presse, NRZ 30.09.2016

Nach dem „historischen Sieg“ in Dinslaken empfängt Handball-Oberligist HSG Wesel am Sonntag den TV Oppum zum Duell der Neulinge in der Halle Nord.

Der vergangene Freitag war für die HSG Wesel ein Festtag. Mit 25:17 hatte der Handball-Oberligist im Nachbarschaftsduell beim MTV Rheinwacht Dinslaken triumphiert, den Erfolg anschließend ausgiebig gefeiert. „Für unser Selbstvertrauen war das unfassbar wichtig, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen“, sagt Trainer Sven Esser. Denn nun hat der Liga-Alltag die Weseler wieder. Im erneuten Duell zweier Aufsteiger geht es am Sonntag (16 Uhr, Halle Nord) gegen den TV Oppum.

Während die HSG nach der 16:29-Auftaktklatsche gegen den TV Angermund ein ausgeglichenes Punktekonto besitzt, sind die Krefelder Vorstädter mit zwei Niederlagen gestartet. Dies will Esser aber nicht als Maßstab anlegen. Deshalb warnt er seine Truppe, den Gast zu unterschätzen. „Mit Oppum kommt ein Gegner auf Augenhöhe, da wird viel von der Tagesform abhängen“, meint der Weseler Übungsleiter vielmehr. Ein weiterer Vorteil des Gastgebers könnte aber schon auch der Triumph in Dinslaken sein. „Den Schwung wollen wir mitnehmen“, so Esser.

Und wenn möglich, auch die dort gezeigte Form. Allerdings rechnet Sven Esser nicht damit, dass sein junges Team diese Leistung immer wird abrufen können. „Ich bin mir sicher, dass es weiterhin Schwankungen geben wird“, sagt der HSG-Übungsleiter. Einen Rückfall in die Vorstellung vor zwei Wochen gegen Angermund dürfe sich seine Truppe auf jeden Fall nicht leisten. Schließlich will Esser in den zwei Partien bis zur Herbstpause – am 8. Oktober geht es noch zum TV Vorst, dann folgt eine Unterbrechung bis zum 30. Oktober – Zählbares einfahren. „Dann haben wir ein wenig Zeit, um nachzujustieren. Denn viele Abläufe passen noch nicht hundertprozentig.“

Die Pause kommt jedoch auch einem Akteur wie Dominik Weber gelegen. Sein Kahnbeinanriss im Fuß ist mittlerweile zwar gut verheilt, doch nun hat sich im Fuß eine Entzündung gebildet. Dies bedeutet eine zusätzliche zweiwöchige Pause, bevor er wieder ins Training einsteigen kann. Keeper Richard Kalus ist mit seinem Mittelfußbruch noch für längere Zeit außer Gefecht gesetzt.

Seit dem Derby beim MTV Rheinwacht Dinslaken reiht sich mit Daniel Weber ein weiterer Spieler in die Verletztenliste ein. Bei einer Abwehraktion eines MTV-Akteurs war eine Hand im Gesicht Daniel Webers gelandet. Wie sich erst später heraussstellen sollte, führte dies zu einem Nasenbeinbruch. Gestern erfolgte die Operation. Drei bis vier Wochen wird Weber pausieren müssen.

Ausgeglichene Bilanz in den letzten zwei Jahren

Eng ging es in den letzten beiden Jahren zwischen der HSG Wesel und dem TV Oppum zu. In der vergangenen Saison verlor die HSG zu Hause (22:24), siegte aber in Oppum mit 25:24. In der Spielzeit zuvor gab es überhaupt keinen Sieger. Beide Begegnungen endeten mit einem Unentschieden (20:20, 26:26).

Damit gewinnt der mit 18 Spielern recht üppig aufgestellte Kader direkt an Bedeutung. „Wir haben vorgesorgt, um auf mögliche Ausfälle auch reagieren zu können“, sagt Sven Esser. Er geht davon aus, dass die Verletzungen kompensiert werden können. Die Begegnungen gegen Oppum und beim TV Vorst, ebenfalls mit zwei Niederlagen gestartet, werden dies zeigen