25:26 – das Zittern geht für die HSG Wesel in der Oberliga weiter

RP Online

Presse, RP 10.04..2017

Als Cedric Schnier 78 Sekunden vor dem Ende den Anschlusstreffer erzielt, keimt noch einmal Hoffnung beim Handball-Oberligisten HSG Wesel auf. Die Abwehr steht jetzt gut, die DJK Unitas Haan hat größte Mühe, noch einmal Druck aufzubauen. Die Referees heben den Arm – Zeitspiel droht. Aber im allerletzten Moment bringt Moritz Blau, der beste Akteur des Gastgebers, den Ball doch noch auf das Weseler Tor. Der Verzweiflungswurf landet tatsächlich im Netz – die Entscheidung. Die HSG verliert am Ende knapp mit 25:26 (11:13) und kann das Thema Klassenerhalt in der Oberliga vor der Osterpause noch immer nicht zu den Akten legen. „Das ist schon ärgerlich. Wir haben nicht gut gespielt, sind diesmal vor allem an unserer schwachen Chancenverwertung gescheitert. Hier war auf jeden Fall etwas drin“, sagte Trainer Sven Esser.

Drei Spieltage vor Schluss hat der Tabellensiebte nur noch vier Zähler Vorsprung vor einem Abstiegsrang. In der sehr engen unteren Hälfte des Tableaus liegen hinter Neuling HSG allerdings noch sieben Mannschaften, die sich bei der Ermittlung der zwei Absteiger teilweise gegenseitig die Punkte streitig machen werden. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Aber wir tun gut daran, nach der Osterpause im Heimspiel gegen Mettmann gleich für Klarheit zu sorgen“, sagte Esser. Denn danach warten noch zwei direkte Konkurrenten: der TV Lobberich und TuS Lintfort.

In Haan startete die HSG, die in Björn Fehlemann und Philipp Müngersdorf auf beide Linkshänder verzichten musste, mit einer sehr ordentlichen Defensivleistung. Sie lag nach zwölf Minuten noch mit 5:3 vorne. Mit der Einwechslung von Markus Wittkowski kam Haan besser ins Spiel. Auch der starke Dario Musacchio im Unitas-Tor verhalf dem Gastgeber zu einer 12:7-Führung (27.).

Im weiteren Spielverlauf kämpfte sich die HSG Wesel zwar immer wieder heran, schaffte aber – vor allem wegen der zahlreich vergebenen freien Würfe – nie mehr den Ausgleich. „Wir haben allein acht oder neun Tempogegenstöße ausgelassen“, ärgerte sich Esser.

Seine Schützlinge erwischten Mitte der zweiten Hälfte ihre beste Phase. Sie verkürzten bis auf drei Treffer (21:24/52.) und hatten dank einer sicheren Abwehr noch einige gute Gelegenheiten, um weiter Boden gutzumachen. Doch die HSG scheiterte einfach zu oft an Musacchio.

Als die an diesem Tag besten Weseler Niklas Borowski und Cedric Schnier ihr Team schließlich doch noch einmal auf 24:25 herangebracht hatten, war zwar immer noch nicht alles verloren. Doch Blaus Glückstreffer bedeutete schließlich das Ende aller Hoffnungen auf einen Punktgewinn.