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RP, 10.02.2014

Wesel. Erschreckend schwach: Landesliga-Spitzenreiter verliert beim VfL Rheinhausen klar mit 26:35. Von Joachim Schwenk
 Die Mannschaft präsentiert sich in desolatem Zustand. Und der Trainer ist vollkommen ratlos. Die HSG Wesel, die nach zehn Partien mit einer Bilanz von 20:0-Punkten souverän Richtung Titelgewinn in der Handball-Landesliga zu steuern schien, ist vollkommen vom Kurs abgekommen. Spätestens seit Samstag droht die große Gefahr, dass das Unternehmen Aufstieg kläglich scheitert. Denn der Spitzenreiter zeigte zum Auftakt der Wochen der Wahrheit mit vier Partien gegen die Teams, die in der Tabelle direkt hinter ihm stehen, bei der 26:35 (9:20)-Niederlage beim Fünften VfL Rheinhausen eine erschreckend schwache Leistung. Das Ergebnis stimmt beim Blick auf das Hinspiel erst richtig bedenklich. Das gewann die HSG noch mit 34:20.

Doch von der Souveränität, mit der die Mannschaft im Jahr 2013 alle Aufgaben gelöst hat, ist 2014 nicht einmal ansatzweise mehr etwas zu sehen. Negativer Höhepunkt war die leblose Vorstellung in Rheinhausen, die bei Trainer Sven Esser Entsetzen und Ratlosigkeit auslöste. „Das war mit Abstand der schlechteste Auftritt der Mannschaft seit Jahren. Wenn wir weiter so spielen, gewinnen wir keine Partie mehr“, sagte der Weseler Coach. Eine Erklärung für den Einbruch nach der Winterpause hat er nicht. „Ich stehe vor einem Rätsel.“ Esser muss es schnell lösen. Denn am Sonntag kommt’s zum Gipfeltreffen. Der Spitzenreiter erwartet um 17 Uhr in der Halle Nord den einen Punkt schlechteren neuen Tabellenzweiten TSV Bocholt, der das Duell der Verfolger gegen den TV Issum mit 29:22 gewann.

Das Unheil nahm in Rheinhausen für Esser schon vor dem Anpfiff seinen Lauf. Er bemängelte, dass sich die Mannschaft nur halbherzig aufgewärmt habe. Von Beginn an zeigte der Tabellenführer, bei dem Ex-Spielertrainer Christian Pannen aushalf, weil Heiko Kreilkamp (beruflich verhindert) fehlte, dann eklatante Schwächen in der Defensive. „Es fehlte jegliche Bereitschaft zur Abwehrarbeit“, kritisierte der Coach. Da sich sein Team auch im Angriff, so Esser, „unglaublich viele Fehler“ erlaubte, war das Spiel zur Pause schon entschieden. Nach dem Wechsel wurde es nicht wesentlich besser. „Das ist eine ganz bittere Pille. Es wird einige Tage dauern, um dieses Ergebnis zu verdauen“, sagte Sven Esser.

HSG Wesel: Busjan, R. Kalus – Heffels, Timmermann (2), J. Gorris (1), F. Gorris (4), Reinartz, Fehlemann (9), Weber (4), Nölscher (3), Pannen (2), M. Kalus (1), Erdmann, Haase.

Quelle

Rheinische Post, 10.02.2014

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/wesel/sport/hsg-wesel-ist-voellig-aus-der-spur-geraten-aid-1.4023805