26:24! HSG Wesel feiert nächsten Überraschungscoup

WAZ Mediengruppe

Presse, NRZ 28.11.2016

Handball-Oberligist HSG Wesel siegte mit 26:24 beim Favoriten TSV Aufderhöhe. Und dies trotz etlicher personeller Probleme des Neulings.

Lang war die personelle Ausfallliste der HSG Wesel bei ihrem Gastspiel beim TSV Aufderhöhe, doch noch länger der Atem der gesunden Hansestädter. Mit dem 26:24 (12:11) behielten die Gäste in der Handball-Oberliga die Oberhand. Damit sorgte der Aufsteiger für die nächste faustdicke Überraschung.

HSG-Trainer Sven Esser fand nur lobende Worte für sein Team. Eine ganz große Leistung sei dies gewesen, vor der er nur den Hut ziehen könne. „Die Jungs haben gezeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen und auch auf Positionen, die sie ansonsten nicht so mögen oder selten spielen, alles geben. Zudem haben wir uns in Phasen, in denen es nicht so lief, nicht verrückt machen lassen und auch in einer sehr hektischen Schlussphase die Nerven behalten“, so Sven Esser.

HSG verspielt 10:5-Führung in wenigen Minuten
Bereits in der ersten Hälfte zuletzt gegen den Spitzenreiter aus Königshof hatten die Weseler gezeigt, dass sie auch gegen die Top-Teams der Liga mithalten können. Unvergessen ist natürlich auch der Sieg beim MTV Dinslaken. Doch ohne die verletzten Björn Fehlemann, Niklas Weghaus sowie die Brüder Daniel und Dominik Weber war den Rot-Weißen so eine starke Vorstellung gegen eine Mannschaft mit Oberliga-Erfahrung und zuvor 9:5-Punkten nicht unbedingt zuzutrauen.

Dabei lief es nicht immer rund für die Gäste, die vor der Pause binnen weniger Minuten einen 10:5-Vorsprung komplett verspielten und dabei vier Gegenstoßtore bekamen. 15 Minuten vor dem Ende lagen die Weseler mit 18:16 vorne, doch die Solinger drehten die Partie auf 21:19 ihrerseits (49.).

Weseler behalten in der Schlussphase die Nerven
Mit 24:23 führten wieder die HSG rund 100 Sekunden vor dem Ende, als es richtig hitzig wurde. „Oliver Rühl bekommt eine Zeitstrafe, die man niemals geben darf“, haderte Esser nicht nur mit dieser Schiedsrichter-Entscheidung. Doch Fabian Gorris erhöhte in Unterzahl auf 25:23. Die Hausherren verkürzten schnell und probierten es mit einer offenen Manndeckung. Die fiel gegen Cedric Schnier zu heftig aus, Niko Möhle behielt von der Linie die Nerven und verwandelte zum 26:24-Endstand.

„Ob Michael Steffens im Innenblock, Adrian Schnier wieder ganz stark im Tor, Christoph Heffels ungewohnt über 30 Minuten in der Abwehr oder Niko Möhle, der für mich ein noch besseres Spiel als gegen Königshof gemacht hat – eigentlich kann man alle nur loben“, so Sven Esser, dessen Team am Samstag (18.30 Uhr) mit einem positiven Punktekonto von 9:7 ausgestattet bei der SG Überruhr antritt.

Info
So haben sie gespielt
HSG Wesel: Adrian Schnier; Müngersdorf (4), Heffels (1), Walla (3), Borowski, Gorris (10/3), Hermann, Matthias Kalus, Rühl, Möhle (6/1), Steffens, Cedric Schnier (2).