RP Online
RP, 09.06.2015
72 Teams sind bei den Beachhandball-Turnieren um den Kiescup dabei. Ausrichter erhält nur Lob für die Organisation.

Boekel ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordbrabant. Mit dem Auto sind die 85 Kilometer nach Wesel in rund 75 Minuten zu schaffen. Der Boekelner Verein Habo’95 bewältigte die Strecke am Sonntag überaus gern. Mit insgesamt drei Mannschaften nahm der Club an den Beachhandball-Turnieren für den Nachwuchs um den Kiescup teil, die von der HSG Wesel bereits zum neunten Mal organisiert wurden. Insgesamt kamen 72 Teams – so vielen wie noch nie.

Für die Kids aus dem Nachbarland ist die Veranstaltung auf der Anlage am Schulzentrum Nord eine bleibende Erinnerung. „Es ist schön für den Nachwuchs, in Deutschland zu spielen. Der Sport ist etwas schneller und körperbetonter“, sagte Teambetreuerin Anja Jacobs. Sie hatte im Vorfeld erneut via Google nach dem Beachhandball-Turnier am Niederrhein gesucht. Denn der Besuch in der Bundesrepublik hat nicht nur sportliche Gründe. „Die Kinder sollen auch die Sprachbarriere überwinden und Deutsch sprechen“, so die 44-Jährige.

Am Samstag war Jacobs mit einigen ihrer Schützlinge in Arnheim. Dort fand ein Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft der niederländischen Frauen-Nationalmannschaft gegen Tschechien statt. Die Kinder von Habo’95 durften zu Spielbeginn Hand-in-Hand mit ihren Vorbildern in die Sporthalle einlaufen. „Das war eine Ehre für den Verein“, sagte Jacobs. Das Einlaufen war der Hauptgewinn eines Ausschreibens des niederländischen Handball-Verbandes.

Sven Esser, Trainer der ersten Mannschaft der HSG, ist der Kopf des Organisations-Teams. Er versuchte, stets den Überblick zu behalten. Das gestaltete sich insbesondere am Samstag schwierig. Da musste er gleich 16 E-Jugend-Teams unter einen Hut bringen, die viele Verwandte und Bekannte mitgebracht hatten. „Die Anlage glich einem Meer voller Menschen. So voll hab ich es hier noch nie erlebt“, sagte Esser. Für den reibungslosen Ablauf, den viele Eltern und Spieler gewährleisteten, erhielt der Ausrichter viel Lob. „Wir haben nur positives Feedback erhalten.“

Und auch das Wetter spielte mit. „Es hätte kaum bessere Bedingungen geben können“, meinte HSG-Geschäftsführer Michael Hillig. Weil es in der Nacht auf Samstag geregnet hatte, war der Sand auf den drei Plätzen trotz der Hitze nicht besonders staubig. Hillig: „Wir brauchten ihn deshalb nicht zu bewässern.“

Seit Jahren steigen die Teilnehmerzahlen, obwohl der Ausrichter im Vorfeld nicht viel Werbung macht. Allerdings stößt die HSG Wesel allmählich an ihre Kapazitätsgrenzen. Es gibt Überlegungen, die Veranstaltung zu deckeln, wenn sie weiter wachsen sollte. „Das würde mir sehr schwerfallen. Ich will Kindern, die Beachhandball spielen wollen, ungern absagen müssen. Aber viel mehr können wir nicht stemmen“, sagte Esser.

Quelle

Rheinische Post, 09.06.2015
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/wesel/sport/rekordfeld-hsg-wesel-stoesst-langsam-an-ihre-grenzen-aid-1.5150162