HSG Wesel startet Oberliga-Abenteuer mit Gorris und Rühl

Presse, NRZ 03.05.2016

Der Oberliga-Traum wird für die HSG Wesel in der nächsten Handball-Saison Realität. Mit dabei sein werden auch Fabian Gorris und Oliver Rühl.

So richtig zu begreifen, was da am Samstag passiert ist, das fällt noch schwer. Auch Sven Esser. „Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir am vorletzten Spieltag in die Oberliga aufsteigen, hätten wir denjenigen wohl für verrückt erklärt“, sagt der Trainer lachend. Doch der Traum ist für den Coach und die Handballer der HSG Wesel Realität geworden. Sven Esser darf als erster Trainer einer Weseler Mannschaft für eine Spielzeit oberhalb der Verbandsliga planen. In der Saison des vermehrten Aufstiegs dank der neuen Nordrheinliga, die im Sommer im Männerbereich zwischen Oberliga und 3. Liga eingeführt wird, reicht dafür der nun gesicherte Platz fünf.

So ganz abwegig erschien der Sprung in die fünfthöchste Klasse für den HSG-Trainer dann doch nicht. Schließlich waren die Weseler als Tabellensechster der vergangenen Saison schon in ähnlichen Regionen unterwegs. „Natürlich hat man da immer ein wenig drauf geschielt. Aber es dann tatsächlich zu schaffen, ist dann doch etwas ganz anderes“, so der 39-Jährige, für den die guten Nachrichten im Frühjahr 2016 nicht abreißen.

Anfang März hatten mit Phillipp Müngersdorf und Niko Möhle zwei junge, in der Jugend top ausgebildete Spieler von der SV 08/29 Friedrichsfeld ihren Wechsel zur kommenden Spielzeit nach Wesel bekanntgegeben. Zudem wird der regionalligaerfahrene Michael Steffens aus der eigenen Reserve noch einmal „dran ziehen“ und aufrücken. Seit gut einem Monat steht Esser mit Christian Pannen auch noch ein ambitionierter Co-Trainer zur Seite.

Dann hatte Björn Fehlemann verkündet, sein Karriereende noch ein Jahr zu verschieben. Abwehrroutinier Oliver Rühl wartete mit der nächsten positiven Mitteilung auf. Er wird die HSG nun doch nicht verlassen und weiter von seinem Wohnort Köln aus pendeln. Und zu guter letzt teilte Fabian Gorris den Rot-Weißen mit, trotz seines „Flirts“ mit Meister und Mitaufsteiger MTV Rheinwacht Dinslaken auch in der kommenden Spielzeit für die Weseler aufzulaufen.

„Darüber freuen wir uns sehr. Ihn zu ersetzen, wäre sicherlich sehr schwierig geworden“, sagt Sven Esser über Fabian Gorris, Haupttorschütze der HSG. Aber auch die Entscheidungen von Björn Fehlemann und Oliver Rühl „sind natürlich tolle Signale. Ihre Erfahrung wird diese junge Mannschaft weiterhin gut gebrauchen können.“
Externe Neuzugänge nicht geplant

Die HSG verlassen und am Samstag vor dem entscheidenden Sieg gegen die Königshofer Reserve auch verabschiedet wurden lediglich Keeper Philipp Busjan und Christopher Timmermann. Ein Fragezeichen steht nur noch hinter Fyn Walla. Er hatte nach dem Abgang von Michael Nölscher im vergangenen Sommer im Innenblock mit Oliver Rühl großen Anteil an der Deckungsstabilität der Weseler und glänzte gerade in den letzten Partien zudem als vielfacher Torschütze am Kreis. Walla möchte beruflich und familiär bedingt aber kürzer treten. „Der Aufwand wird ja nicht weniger und es muss einfach passen“, so Esser über Walla, der sich jedenfalls nicht abmelden wird.

Ob seinen Schützlingen als Oberligist drei Trainingseinheiten pro Woche „drohen“, darüber hat sich der Weseler Coach noch keine Gedanken gemacht. „Wir haben einige Spieler mit Weseler Wurzeln, die aber mittlerweile von außerhalb kommen. Wir werden uns da im Sommer mal in Ruhe zusammensetzen und besprechen, was Sinn ergibt.“
Für Fabian Gorris erfüllt sich ein Traum

Fabian Gorris steht zu seinem Wort. „Ich habe immer gesagt, dass es für mich keinen Grund gibt zu wechseln, wenn wir aufsteigen“, so der 25-Jährige. Hätte es nicht gereicht, wäre der MTV Dinslaken zum Zug gekommen. „Dass es nun mit der HSG Wesel geklappt hat, das ist natürlich ein Traum“, sagt der seit gestern Referendar am KDG.

Ansonsten plant die HSG mit keinen weiteren externen Neuzugängen. „Man sollte aber niemals nie sagen“, so Esser. Schließlich hätte es die HSG im letzten Jahr auch nicht für möglich gehalten, dass mit Adrian und Cedric Schnier wenige Wochen vor Saisonbeginn noch zwei Spieler aus Hiesfeld dazustoßen würden. Aufgrund der Zusagen der Wackelkandidaten „haben wir eigentlich keine Baustellen mehr. Und zu groß sollte der Kader ja auch nicht werden.“

Über die Zielsetzung für die kommende Spielzeit muss Sven Esser nicht lange grübeln. Die könne nur der Klassenerhalt sein. „Für die Psyche der Spieler ist es sicherlich gut, dass mit uns Mannschaften aufsteigen, gegen die wir bis auf Dinslaken in dieser Saison jeweils zwei Punkte geholt haben. Trotzdem wird die Herausforderung in der nächsten Saison schon sehr groß“, sagt Sven Esser. Die erste große Herausforderung hat die HSG Wesel mit dem Aufstieg auf jeden Fall schon mal eindrucksvoll gemeistert.

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