Presse, NRZ 6.10.2016

Handball-Oberligist HSG Wesel reist am Samstag zum Duell der Neulinge zum TV Vorst. Mit Oliver Rühl gibt es den nächsten Spieler auf der Verletztenliste.

Den derzeitigen Monat Oktober schmückt bei bestem Wetter häufig der Zusatz „goldener“. Dieser Begriff taucht in leicht abgewandelter Form auch im Wortschatz von Sven Esser auf, wenn es um den von ihm trainierten Handball-Oberligisten HSG Wesel geht. „Wir können unseren Start jetzt vergolden“, sagt er. Der Neuling hat 4:2-Zähler auf dem Konto. Damit der Wunsch Wirklichkeit wird, muss vom Gastspiel beim TV Vorst am Samstag (19.30 Uhr) Zählbares mitgebracht werden. Der Mit-Aufsteiger liegt ohne Pluspunkt am Tabellenende, in der letzten Saison trennten sich beide Teams kurioserweise zwei Mal mit einem 23:23.

Allein schon aufgrund dieser Erfahrung schätzt Sven Esser die Chance nur auf 50:50 ein. „Ich glaube nicht, dass wir dort der Favorit sind“, sagt der Übungsleiter. Zumal er den Austragungsort, die Rudi-Demers-Halle, nicht besonders schätzt. „Das ist dort sehr eng und wahrlich nicht unsere Lieblingshalle“, so Sven Esser.

Doch diesem negativen Aspekt stehen etliche positive gegenüber. Die letzten zwei Siege sollten den Weselern jede Menge Selbstvertrauen gebracht haben. „Wir werden sicherlich auch befreiter aufspielen können als Vorst“, meint Esser. Sollte es zum dritten Erfolg in Serie reichen, könnte sich die HSG vor der Herbstpause – erst am 30. Oktober geht es gegen den SV Neukirchen weiter – auch in der oberen Tabellenhälfte ein wenig festsetzen. „Nach unten hin hätten wir dann auch ein bisschen Luft.“

Allerdings rechnet der HSG-Trainer weiterhin mit schwankenden Leistungen seines Teams. „Es ist halt eine junge Mannschaft, da kann viel passieren – im positiven und auch im negativen Sinn.“ Eine negative Nachricht ereilte den Coach im Anschluss an den Sieg gegen den TV Oppum (28:26). Abwehrroutinier Oliver Rühl zog sich in der Partie einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. „Uns trifft es derzeit knüppeldick“, so Esser. Richard Kalus (Mittelfußbruch), Daniel Weber (Nasenbeinbruch) und Dominik Weber (Kahnbeinanriss im Fuß) stehen schon länger auf der Verletztenliste. Nun also auch Rühl.

Zwei Pokalspiele in der Herbstpause

Die Herbstpause wird von zwei Pokalspielen unterbrochen. Am 15. Oktober gastiert die HSG Wesel in der zweiten Runde auf Verbandsebene beim Oberliga-Kontrahenten TV Lobberich. Eine Woche später gehen die Weseler erneut auf Reisen: Dann steht die zweitrunden-Partie auf Kreisebene beim Landesligisten TSV Bocholt auf dem Programm.

„Es ist schon sehr schade, dass mit ihm der zweite Routinier wegbricht“, bedauert Sven Esser. Ebenfalls über große Erfahrung verfügt Michael Steffens, der nach seiner Zeit bei der HSG-Reserve jetzt noch mal in der ersten Garnitur angreift. „Er kann den jungen Spielern viel weitergeben und besitzt eine unfasbare Erfahrung“, so der Coach. In den ersten drei Begegnungen ist Steffens bereits zu einer wichtigen Säule im Spiel des Aufsteigers geworden. Die Mischung im Team des Aufsteigers findet Sven Esser sowieso sehr gut. „Das passt.“

Neben den verletzten Akteuren muss der Trainer am Samstag auch auf Tobias Hermann (beruflich verhindert) verzichten. So bleiben aus dem eigentlich komfortablen Kader von 18 Spielern nur noch 13 Handballer für Vorst übrig