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Presse, RP 29.01.2018

Handball-Oberligist HSG Wesel verliert beim TV Oppum mit 19:20. Für den Vorletzten wäre wenigstens ein Punktgewinn möglich gewesen. Doch die Mannschaft trifft in der Offensive in entscheidenden Phasen zu oft schlechte Entscheidungen. Von Timo Kiwitz

Sven Esser hatte im Vorfeld ein „ganz enges Ding“ erwartet. Der Trainer des Handball-Oberligisten HSG Wesel sollte recht behalten. Wie fast immer in den vergangenen Jahren gaben im Vergleich mit dem TV Oppum nur Nuancen den Ausschlag. Und wie schon nach dem 23:21 im Hinspiel jubelten die Krefelder. Nach dem 19:20 (8:12) in Oppum wartet der Vorletzte HSG weiter auf den dritten Saisonsieg. „Ich kann den Jungs nur wenig vorwerfen. Kämpferisch und in der Deckung war das wieder eine sehr ansprechende Vorstellung von uns. Ein Zähler wäre vielleicht auch verdient gewesen“, sagte der Weseler Übungsleiter.

Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Partien standen die Gäste in der Abwehr diesmal wieder deutlich sicherer. Die Oppumer mussten auf ihren verletzten Top-Werfer Fabian Bednarzik verzichten. Die HSG Wesel konnte sich so im defensiven 6:0-Verbund abwartend verhalten, zumal Keeper Adrian Schnier fast alles hielt, was aus der zweiten Reihe auf sein Tor kam – eigentlich eine hervorragende Grundlage. Aber wie schon im Hinspiel hatte der Weseler Angriff über weite Strecken große Probleme mit der offensiven Abwehrformation des Gastgebers. Bis zur 6:5-Führung in der 13. Minute lief es noch ordentlich. Doch bis zur Pause erzielte der Abstiegskandidat dann nur noch zwei Treffer.

In Hälfte zwei begann die HSG mit zwei Kreisläufern – zunächst mit Erfolg. Bis der Gegner sich auf diese Taktik einstellen konnte, hatte der Vorletzte schon ausgeglichen (13:13/39.). „Dann haben wir aber leider wieder ein paar schlechte Entscheidungen getroffen, einfach auch zu ungeduldig gespielt“, ärgerte sich Esser. Oppum nahm eine Auszeit und setzte sich wieder auf 18:14 (47.) ab. Die HSG kämpfte sich erneut zurück und glich vier Minuten vor dem Ende durch Daniel Weber noch einmal aus. Sie leistete sich dann aber abermals zwei leichte Fehler, die das Team aus Krefeld bestrafte. Cedric Schnier traf erst drei Sekunden vor dem Ende zum Anschlusstor. Das Spiel war da längst gelaufen.

„Die Mannschaft hat sich für einen leidenschaftlichen Auftritt leider nicht belohnt“, sagte Sven Esser. Er befürchtet nach dem so viel Mut machenden Auftritt beim 34:37 beim Tabellenführer MTV Dinslaken nun wieder einen Knick. „Es ist unheimlich schwer zu verpacken, dass wir wieder keine Punkte geholt haben. Zumal die Chance ja auf jeden Fall da war. Aber wir müssen jetzt einfach die Köpfe wieder nach oben nehmen und es in der kommenden Woche erneut versuchen“, sagte der HSG-Coach. Am Sonntag um 16 Uhr empfängt sein Team in der Halle Nord den Tabellensechsten TV Aldekerk II.

HSG Wesel: A. Schnier, Hünting – Abbing, Borowski, Hauenstein, Müngersdorf (2), Gorris (6/4), Pobric (1), Kalus (1), Da. Weber (2), Rühl, Do. Weber, C. Schnier (4), Schwarz (3/1).