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Wesel Der Verbandsligist kassiert beim bis dato Tabellenletzten SV Straelen eine herbe 23:34-Niederlage. Von Beginn an finden die Weseler nicht in die Partie. Zu allem Überfluss kassiert Michael Steffens eine Rote Karte.

Jan Mittelsdorf hatte in der Kabine noch mit Engelszungen auf seine Schützlinge eingeredet und wortreich vor dem punktlosen Schlusslicht gewarnt. „Die sind angeschossen und müssen unbedingt zu Hause gewinnen. Ich will nicht der Erste sein, der hier Federn lässt“, gab der Trainer der HSG Wesel seinem Team mit auf den Weg. Wirkung? Gleich null. Beim SV Straelen zeigte der Handball-Verbandsligist einen desolaten Auftritt und unterlag dem bisherigen Tabellenletzten deutlich mit 23:34 (9:17). Nach dem erfreulichen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen war dies ein herber Rückschlag.

Während der Gastgeber einen Sahnetag erwischte, lief bei den Weselern von Beginn an gar nichts zusammen. Schon nach zehn Minuten sah sich Mittelsdorf gezwungen, eine erste Auszeit zu nehmen, um seine Spieler wieder in die Spur zu bringen – vergebens. Die Mängelliste war diesmal einfach zu lang. Dass in der Straelener Halle ein Harzverbot herrschte und die Gäste daher auch große Probleme mit dem Ball hatten, wollte der HSG-Coach aber nicht als Ausrede gelten lassen: „Dann kann man wenigstens in der Abwehr zupacken. Doch auch da haben wir Aggressivität und Einsatz vollkommen vermissen lassen.“ Anfang der zweiten Hälfte konnte Wesel den Rückstand zwar noch einmal auf fünf Tore reduzieren, aber die umstrittene Rote Karte gegen Michael Steffens (41.) nach einem Foul brach der HSG endgültig das Genick.

Der SVS hatte fortan leichtes Spiel und zog davon. Auch HSG-Torhüter Marius Hünting hatte einen schwarzen Tag erwischt und reihte sich nahtlos in die schwache Vorstellung seiner Vorderleute ein. Routinier Michael Hillig, der sich als zweiter Keeper zur Verfügung gestellt hatte, kam nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz. „Wir werden dieses Spiel knallhart analysieren, aber ich will jetzt auch nicht zu sehr draufhauen. Wir haben zuletzt gezeigt, dass wir es deutlich besser können. Das kann jetzt nicht alles wieder weg sein“, sagte Mittelsdorf. Beim Training am Dienstag dürften seine Akteure nun noch ein wenig mehr schwitzen als gewöhnlich. „Belohnen kann man die Jungs nach so einem Spiel natürlich nicht, aber dann haken wir das auch ab und konzentrieren uns wieder auf die nächsten Aufgaben“, so Mittelsdorf.

HSG Wesel Hünting, Hillig – Müngersdorf (5), Borowski (1), Hauenstein, Horstmann, Vengels, Pobric (3), Daniel Weber (7/5), Popovic, Steffens (1), Dominik Weber (4), Jacobi (2).